Neue Gastbeitragsserie! – Teil I

Liebe Blog-Leser und Blog-Leserinnen,
zuerst einmal herzlich Willkommen!

Wir, das sind Lara Buchberger, Maria Maiwald und Laura Rzesacz, arbeiten alle drei in der Pflege, in unterschiedlichen Krankenhäusern und unterschiedlichen Abteilungen. Und vor gar nicht allzu langer Zeit absolvierten wir erst unser Examen.

Wir können vielleicht noch keine 20 Jahre Berufserfahrung vorweisen, doch merkten wir schnell, dass die Pflege leider nicht so angesehen wird, wie sie eigentlich im Alltag stattfindet. Es ist für die meisten gar nicht klar, dass hinter Pflege mehr als nur „Hintern abwischen“ steckt. Vielen ist nicht bewusst, dass in dem Beruf Pflege sehr viel Wissen und Können vorausgesetzt wird, um professionell pflegen zu können.

Deshalb haben wir uns zum Auftrag gemacht euch dies genau deutlich zu machen.

Was ist Pflege und was bedeutet es eine Pflegekraft zu sein?
Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen und was sind meine grundsätzlichen Aufgaben in der Pflege?
Wie findet sie im Alltag statt?
Wie muss ich handeln, wenn es zu Notfällen kommt?
Wie bin und bleibe ich eine professionelle Pflegekraft?

Mit dem heutigen Blogeintrag führen wir euch mit einer Definition an den Pflegeberuf heran. Wir wollen euch zeigen, was Pflege umfasst, worauf sie sich stützt und was genau „professionelle Pflege“ bedeutet.
Im weiteren Verlauf unseres Blogs geben wir euch einen kleinen Einblick in unseren Arbeitsalltag auf drei verschiedenen Stationen. Außerdem zeigen wir noch, was wichtig ist, damit das System Pflege im eigenen Team und in der Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen funktioniert. Wir werden euch anhand eines Fallbeispiels verdeutlichen, was es bedeutet im Notfall zu handeln. Darüber hinaus erläutern wir ein paar Tipps und Tricks, wie man als Pflegefachkraft gut durch den Arbeitsalltag kommt und nicht all die Sorgen und Probleme von Patienten nicht mit nach Hause nimmt.

„Die besondere Funktion der Krankenschwester besteht in Hilfeleistungen für den Einzelnen, ob er krank oder gesund ist, in der Durchführung jener Aktivitäten, die zur Gesundheit oder Genesung beitragen (oder zu einem friedlichen Tod), welche der Kranke selbst ohne Unterstützung vornehmen würde, wenn er über die nötige Kraft, den Willen und das Wissen verfügte. Diese Hilfeleistung hat in der Weise zu geschehen, dass der Kranke so rasch wie möglich seine Unabhängigkeit wiedererlangt.“ (Henderson 1978:10; in: Brandenburg/Dorschner 2003:37)

Unserer Meinung nach spiegelt dieses Zitat alles wieder, was wir in unserem Pflegealltag durchführen. Denn Pflege umfasst die Unterstützung sowie Begleitung von Menschen aller Altersgruppen, die ihre Lebensaktivitäten nicht mehr oder nur noch in eingeschränktem Maße dauernd oder zeitlich befristet realisieren können. Es geht auch um die selbständige Durchführung und Mitwirkung an präventiven, diagnostischen, therapeutischen und rehabilitativen Maßnahmen. Als Pflegefachkraft führen wir Beratungen, Anleitungen und Begleitungen durch. Wir sorgen für den Erhalt und der Verbesserung der Selbstpflege der Pflegebedürftigen. Nicht zu vergessen ist, dass Pflegefachkräfte sich mit der Wissenschaft zur Thematik Pflege auseinandersetzen. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden dabei an Mitpflegenden weitergegeben und die neusten wissenschaftliche Erkenntnisse sollen in den Pflegeprozess eingebaut werden. Bei all dem was Pflege umfasst, spielen verschiedene Aspekte eine große Rolle:

  • handwerklich-technische Aspekte der Pflege: Nach unserer 3-jährigen Ausbildung müssen wir unser Handwerk verstehen. Z.B. müssen wir wissen, wie Patienten aus dem Bett in den Stand mobilisiert werden oder wie ein Verbandwechsel abläuft, um Komplikationen zu vermeiden.
  • kommunikative Aspekte der Pflege: Wir müssen kommunizieren. Mit jedem Patienten und zu jeder Tätigkeit, die wir am oder mit Patienten durchführen. Wir müssen wichtige Aspekte oder Informationen erfragen, um jeden Einzelnen so gut wie möglich einschätzen zu können.
  • organisatorische Aspekte der Pflege: Wir müssen dazu in der Lage sein unsere Schicht zu organisieren, damit alle Patienten versorgt sind und damit bspw. Medikamente zum richtigen Zeitpunkt gegeben werden. Wir müssen auch organisieren, wie der Patient zu Hause versorgt wird, wenn die Entlassung erfolgt. Also müssen wir viel weiterdenken, als nur über den Zeitraum unserer Schicht.
  • institutionelle Aspekte der Pflege: Wir als Pflegefachkräfte arbeiten in Institutionen, (Krankenhäuser, Altenpflegeheime oder ambulante Dienste) in denen wir mit verschiedenen Berufsgruppen zusammenarbeiten, damit die Versorgung von Patienten vollständig gesichert ist.

Worauf stützen sich all diese oben genannten Aussagen und Aspekte? Auf den ICN Ethik Kodex für Pflegende. Dieser besagt: Gesundheit fördern, Krankheit verhüten, Gesundheit wiederherstellen, Leiden lindern!

Jetzt bleibt noch eine Frage für den heutigen Beitrag: Was ist dann „professionelle Pflege“?

Die „professionelle Pflege“ stützt sich auf eine systematisch entwickelte,
überwiegend auf Einzelfälle in der Praxis angewandte Wissensanwendung. Die professionelle Pflegefachperson kann auf der Grundlage vorhandener wissenschaftsorientierter Standards und beruflicher Erfahrungen einen Pflege- und Behandlungsbedarf diagnostizieren und die erforderliche Pflege planen, umsetzen sowie evaluieren. Die Professionalität wird durch die Fähigkeit deutlich, Erkenntnisse angemessen zu nutzen und vor allem diese flexibel einzusetzen.
Professionelle Pflege verfügt über die Fähigkeit, theoretische Kenntnisse in die Praxis umzusetzen. Auf diese Weise wird eine qualitativ
hochwertige Versorgung in Gesundheit und Pflege erreicht.
Und das ist, was wir wollen: hochwertige Versorgung unserer Patienten!

Bis bald,
Lara, Maria und Laura!

Gastbeitrag – Kompressionstherapie (Teil VII – Ende)

#Thrombose – Was macht die professionelle Pflege eigentlich?

Hallo liebe Leser/innen,

heute verdeutlichen wir die professionelle Pflege anhand der Thrombose zu verdeutlichen. Ihr habt bereits etwas über Thrombose erfahren. In diesem Blogeintrag erfahrt ihr noch etwas mehr und ihr werdet erfahren, welche Handlungsschritte zu beachten sind. Was ist DEINE Aufgabe als professionelle Pflegekraft? Worauf solltest du achten und welche Maßnahmen musst du eventuell ergreifen?

Thrombose, du erinnerst dich welche Gefahr einhergeht? Genau, der Thrombus verschließt die Vene. Die Gefahr ist, dass er bis in kleinste Arterien gelangen (=Embolus) und ein Schlaganfall (=Apoplex) oder Herzinfarkt ermöglichen kann. Was ist nun deine Aufgabe und wie erkennst du das? 

Bei einer Thrombose ist das Areal deutlich geschwollen! Das erkennst du gut, weil der Umfang, z.B. der Wade, deutlich größer als zum Bein ohne Thrombose ist. Die Person leidet an starken Schmerzen und eine bläuliche Verfärbung der Haut ist möglich. Wenn die Symptome nicht stark ausgeprägt sind, besteht die Möglichkeit, dass es sich wie ein Muskelkater und der Bereich sich schwer für die Betroffenen anfühlt.

Es ist DEIN Job diese Warnsignale zu erkennen! Bist du dir unsicher? Sprich mit Kollegen. Im Zweifel kläre die betroffene Person über die Symptome und die möglichen Folgen auf! Kontaktiere einen #Arzt oder lasse ihn ins Krankenhaus einweisen. Es macht nichts, wenn der Verdacht sich nicht bestätigt. Schlimmer wäre es, wenn du nichts tust, weil du dir nicht sicher bist und es am Ende doch eine Thrombose war. Du kannst der Person auch die Angst nehmen. Im Krankenhaus sind Geräte (Ultraschall) vorhanden, die den Durchfluss der Vene anzeigen. 

Neben einer Thrombose existiert auch eine Thrombophlebitis. Dabei ist die oberflächige Beinvene entzündet. Wie erkennst du das? Im Gegensatz zu der Thrombose ist das Areal gerötet, erwärmt und verhärtet. Die Muskelanspannung ist schmerzlich. Typische Entzündungszeichen solltest du kennen. Weißt du sie noch? Es sind 5 Anzeichen: Schmerz, Wärme, Funktionsverlust, Schwellung, Rötung. Bitte beachte, dass hier eine Aufnahme mit dem Arzt sehr wichtig ist! Ein begründeter Verdacht sollte sehr ernst genommen werden und bedarf ärztlicher Behandlung! 

Wenn es eine oberflächige Beinvenenentzündung gibt, existiert auch eine tiefere Beinvenenentzündung. Diese geht in den meisten Fällen mit einer Thrombose einher. Auch hier sind Schmerzen, Schwellung und Rötung ein Anzeichen.

Kurze Wiederholung: Ein Verdacht auf eine Thrombose oder einer Phlebitis muss unbedingt von einem #Arzt untersucht werden. Es besteht eine potenzielle Gefahr für den Betroffenen. Sie kann sogar lebensgefährlich werden.
Von daher: Habt keine Angst, sobald ihr Symptome wahrnimmt und ihr euch unsicher seid. Sprecht mit #Kollegen oder mit einem #Arzt. Vorsicht ist in diesem Fall IMMER die bessere Wahl. 

Augen auf und sensibel sein. Habt keine Angst!

Bis bald, 
Maike und Insa

Gastbeitrag – Kompressionstherapie (Teil VI)

#Kompressionsverband richtig anlegen!

Herzlich willkommen zurück bei unserem nächsten Blogeintrag,

heute wird noch einmal das „Wickeln der Beine“ thematisiert. Die sog. Kompressionstherapie hilft beim Rückfluss des Blutes. Für die #Pflege ist wichtig zu wissen, dass es verschiedene Arten und Binden für das Wickeln der Beine gibt.

Die bekanntesten Wickelmethoden sind von Pütter und Fischer. Bei der Kompressionstherapie werden die Beine vom Zeh bis hin zum Knie gewickelt, bei Bedarf auch bis zur Leiste. Die benötigten Binden sind immer sehr individuell. In den meisten Fällen werden zwei Binden (eine kleinere, eine größere) pro Bein verwendet.
Wichtig ist hierbei, dass sich der Betroffene in einer liegenden Position befindet. Deshalb sollte das Wickeln der Beine, um ein bestmögliches Ergebnis für den Patienten erzielen zu können, am Morgen sein. Das Wickeln der Beine erfolgt ohne großartigen Zug oder Spannungen.

Der Kompressionsverband nach Fischer kennen wir in der #Pflege unter Kornährenverband. Hierbei wickelt ihr mit der einen Binde nach rechts oben und dann wieder nach rechts unten. Somit entwickelt ihr das Kornährenmuster.

Nun aber das Wichtigste für die #Pflege. Beim Wickeln der Beine ist darauf zu achten, dass die Ferse nicht frei liegt, sich keine Falten, Knicke bilden oder keine Schmerzen beim Betroffenen vorliegen.
Durch einen zu festen Verband ist es möglich, dass das Gewebe absterben kann oder Nerven geschädigt werden. Das sieht man an einer blauen Verfärbung der Zehen. Hier sofort den Verband abnehmen!
Deshalb ist es immer wichtig sich Wissen zur Thematik anzueignen und mit dem Patienten zu sprechen. Falls dies nicht möglich ist, sollte stark auf die Gestik und Mimik geachtet werden.

Des Weiteren sind Unterschiede der Kompressionsbinden vorhanden. Die Langzugbinden werden meist mit mehr Zug angelegt. Diese Art ist sehr hilfreich, wenn sich der Betroffene nicht mehr ausreichend bewegen kann und dort mehr Kompression verlangt wird. Die Langzugbinden besitzen den höchsten Druck in Ruhe. Anderes bei den Kurzzugbinden. Diese werden verwendet, wenn Betroffene noch mobiler sind. sie besitzen den höchsten Druck in Bewegung.

Jetzt zum Anlegen des Kompressionsverbands:
Ihr benötigt einen TG-Schlauch, Polsterwatte und pro Bein meistens 2 Binden. Der TG-Schlauch ist dafür da um, z.B. Schweißbildungen aufzunehmen. Dieser kann bei Bedarf täglich gewechselt werden.
Danach kommt die Polsterwatte. Diese schützt vor Druckstellen und verteilt den Druck der Kompressionsbinden gleichmäßig.

Außerdem wichtig zu wissen für die #Pflege:
Es ist ein Einmalprodukt und sollte nach Gebrauch verworfen werden. Hiernach folgt die kleinere von den Binden. Diese wickelt ihr bis über die Ferse. Danach folgt die zweite Binde. Zu beachten ist, dass ihr immer in die Binde schaut und immer die Binde nachstreicht, um diese zu modellieren. Dadurch erreicht sie den richtigen Druck.

Meist ist es so, dass die Hausärzte die Kompressionsstrümpfe verordnen. Diese sollten auf jeden Patienten individuell zugeschnitten und ausgemessen sein. So können Komplikationen in der #Pflege vermieden werden.

Bei Fragen schreibt uns einfach,
bis dahin eure Maike und Insa!

Gastbeitrag – Kompressionstherapie (Teil V)

#Pflege – ein medizinisches Erlebnis!

Hallo liebe Leser/innen,

ich arbeite auf einem stationären Bereich der Altenpflege. Die Bewohner haben unterschiedliche Erkrankungen und können sich teilweise oder gar nicht mehr selbstständig versorgen.

Auch in unserer Einrichtung befinden sich Bewohner, die zu Wassereinlagerungen in den Extremitäten neigen oder ein erhöhtes Risiko der Thrombose aufzeigen.

Es gibt eine Vielzahl von Therapiemöglichkeiten. Heute werde ich die medikamentöse Therapie etwas erläutern.
In vielen Fälle ist es wichtig die Therapie mit Haus- und Fachärzten zu besprechen, um eine möglichst erfolgreiche Behandlung für den Klienten zu erreichen. Nicht jede der hier aufgezählten Therapie kann für den Klienten Erfolg haben.

Zu den bekanntesten Therapiemöglichkeiten gehören die Vitamin K-Antagonisten. Diese Art der Medikamente gehört zu den Gerinnungshemmern. Sie sorgen mit bestimmten Wirkstoffen dafür, dass das Blut seine Fließfähigkeit beibehält.

Vitamin K Antagonisten wird diese Form der Medikamente bezeichnet, weil das Vitamin K, welches in der Leber gebildet wird, für die Gerinnung des Blutes verantwortlich ist. Diese Gabe führt dazu, dass das Blut fließfähiger wird und es nicht zu einer Thrombose oder erneuten Thrombose führen kann.

Wichtig für die #Pflege ist es die Gerinnungseigenschaften des Blutes regelmäßig kontrollieren zu lassen, um andere Risikofaktoren ausschließen zu können.

Die direkten oralen Antikoagulantien haben bestimmte Vorteile. Die Vorteile dieser Medikamente beschreiben, dass sie im Gegenteil zu anderen Medikamenten schneller und gezielter wirken können. Je nach schwere der Thrombose wird gemeinsam mit Hausärzten entschieden, welche Therapie für den Betroffenen wirksamer ist.
Positiv ist, dass sie schneller als Vitamin K Antagonisten wirken, man nicht speziell auf seine Ernährung achten muss und es weniger bis keine Kontrollen der Fließeigenschaft des Blutes verlangt. Ein gängiges Medikament wäre Xarelto oder Eliquis.

Wenn man als Senior schon mit seinen Erkrankungen und Gebrechen zu kämpfen hat und noch jede Woche zur Quick-Kontrolle (Kontrolle der Fließfähigkeit des Blutes) muss, wirkt dies sehr anstrengend und belastend auf den Körper.

Deshalb stellt man die Betroffenen, die in einem Heim wohnen, meist auf die oralen Antikoagulantien ein.

Wichtig für eine gute #Pflege ist es, den Pateienten in seinem Verhalten zu beobachten und genauere Kontrollen oder Termine der Betroffenen einzuhalten, um passend reagieren zu können. Ein Risiko eine erneute Thrombose zu bekommen o.ä. gilt zu vermeiden.

Wir sehen uns beim nächsten Eintrag,
Maike und Insa

„Ostfalia-Studenten machen sich für die Pflege stark“

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

Vor kurzem hat die Wolfsburger Zeitung Kontakt mit uns aufgenommen und bat um ein Interview. Es bestand Interesse an unserer Website, dem Blog und Podcast und was genau unser Vorhaben ist. Auch wir, das Pflegeprofi Team, hatten großes Interesse uns mitzuteilen. Gerade das Medium der Zeitung bzw. der Nachrichtenübermittlung ist eine tolle Chance den Pflegeprofis Gehör zu verschaffen.

Nun wollen wir euch nicht weiter auf die Folter spannen und zeigen euch den am 13. August 2019 erschienen Zeitungsartikel!

Darüber hinaus ist der Artikel auf der Website der Wolfsburger Zeitung einsehbar.

An dieser Stelle danken wir dem Voluntär Herr Christoph Exner für sein Interesse und den geschriebenen Artikel!


Bis dahin,
eure #Pflegeprofis!

Gastbeitrag – Kompressionstherapie (Teil IV)

Hallo liebe Leser/innen,

schön, dass ihr den Weg wieder zu uns gefunden habt. Nun geht es weiter mit der Frage, welche Funktion die #Kompressionstherapie bzw. der Kompressionsstrumpf hat? Im Text werden euch gleich zwei Begriffe wie „distal“ und „proximal“ begegnen. Vor ab wollen wir euch die beiden Begriffe erläutern: Distal bedeutet „vom Herzen entfernt liegend oder weiter von der Körpermitte entfernt“. Proximal bedeutet das Gegenteil, nämlich „der Körpermitte zu gelegen“. Die beiden Begriffe beschreiben somit Richtungen im Bezug auf Körperregionen.

Die Kompressionsstrümpfe erfüllen die medizinischen Erfordernisse für die Therapie. Dabei nimmt der Druck konstant von distal nach proximal ab. Das bedeutet nun, dass der Druck von dem Knöchel zum Oberschenkel immer niedriger wird. Schlussfolgernd ist der Druck am Knöchel-/ Fußbereich immer am stärksten. Nun könnte die Frage auftreten, wieso der Druck dort am stärksten sein muss. Das lässt sich auch ganz logisch erläutern. Steht ein Mensch, ist der Druck auf den Venen distal am größten, sprich Knöchel-/ Fußbereich. Somit muss der Druck des Kompressionsstrumpfes dort am höchsten sein. Vielleicht haben einige von euch schon von den verschiedenen Kompressionsklassen gehört. Diese könnt ihr im Etikett sehen (CCL I bis CCL IV).

In Verbindung einer #Kompressionstherapie ist die #Thrombose auch sehr wichtig zu kennen. Was ist eine #Thrombose? Hierbei handelt es sich um eine Gefäßerkrankung, bei der sich ein Thrombus (Blutgerinnsel) in einem Blutgefäß bildet. Es wird unterschieden in Venenthrombose, Phlebothrombose und einer tiefen Beinvenenthrombose. Ein Thrombus entsteht durch Blutgerinnung. Verklumpt sich das Blut, hindert es den Blutstrom im Gefäß. Es kann zu einer #Thrombose (Verschluss des Gefäßes) oder einer Embolie (der Thrombus bewegt sich und wird dann Embolus genannt und verstopft dann meist kleiner Blutgefäße wie z.B. Koronararterien) kommen. In diesem Zusammenhang ist das Virchowsche Trias von Bedeutung, die zugleich auch die Ursache einer Entstehung sind:

  1. Änderung der Blutzusammensetzung → z.B. durch Dehydration, Gerinnungsstörungen
  2. Herabgesetzte Blutströmungsgeschwindigkeit → Gründe: erweiterte Venen, Immobilität, langes Sitzen
  3. Schäden der inneren Gefäßwände → durch Operationen oder Erkrankungen wie Diabetes Mellitus, welche die Gefäßwände schädigen können

Risikofaktoren einer #Thrombose sind z.B.:

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Flüssigkeitsmangel (Exsikkose)

Indikation einer #Kompressionstherapie:

  • Lymphödeme
  • Varikose
  • Ulcus Cruis venosum
  • tiefe Beinvenenthrombose
  • nach #Operationen

Kontraindikationen einer #Kompressionstherapie:

  • fortgeschrittene periphere arterielle Verschlußkrankheit (PavK)
  • dekompensierte Herzinsuffizienz
  • schwere Sensibilitätsstörungen der unteren Extremitäten
  • fortgeschrittene periphere Neuropathien (z.B. durch Diabetes mellitus)

Habt ihr dazu noch Fragen? Dann schreibt uns gerne an!

Bis bald,Maike und Insa

Gastbeitrag – Kompressionstherapie (Teil III)

Hallo liebe Leser, liebe Kollegen, liebe Schüler,

habt ihr letzte Woche fleißig geübt? #ÜbungmachtdenMeister. Heute geht es weiter mit dem Hintergrundwissen.
Was passiert dort überhaupt in den Beinen?
Nun erfahrt ihr heute mehr über das #Venensystem und #Ödeme. Gar nicht so kompliziert. 

Ihr müsst euch vorstellen, dass die Beinvenen für den Rückfluss des Blutes zum #Herzen sorgen. In den Venen befinden sich Venenklappen, die dafür sorgen, dass das Blut nur in eine Richtung fließen kann. Wenn wir uns wenig bewegen oder viel sitzen, belastet das unser #Venensystem. Warum? Weil die Muskelvenenpumpe in den Waden durch Kontraktion der Muskeln den Abtransport des Blutes zum #Herzen unterstützt. Bei wenig Bewegung oder viel sitzen arbeiten diese Muskeln nicht und können nicht unterstützend wirken. Die Folge ist, dass sich die Beinvenen ausdehnen und sich die Venenklappen nicht mehr korrekt verschließen. Und was passiert dann? Richtig, die Beine schwellen an, welches oft sichtbar durch einschneidende Socken ist. Wird das nicht frühzeitig behandelt, können sich Krampfadern oder im schlimmsten Fall „offene Beine“ entwickeln – in der Fachsprache nennen wir das Ulcus cruris.

Bei dem Foto handelt es sich um eine eigene Darstellung zur Verdeutlichung der Muskelvenenpumpe. Auf dem oberen Bild sieht man den Muskel am Gefäß anliegen. Bei dem unteren Bild wird sofort sichtbar, dass der Muskel das Gefäß zusammendrückt und somit den Blutstrom proximal fördert. Dies wird durch einfache Thromboseprophylaxe erreicht.

Eine Schwellung wird #Ödem genannt. Bei diesem Ödem sammelt sich Flüssigkeit im umliegenden Gewebe an. Und wie kommt es nun dazu? Das liegt an dem steigenden #Druck in den kleinen #Blutgefäßen. Dadurch kann Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gepresst werden. Und da die Schwerkraft alles nach unten zieht, entstehen die #Ödeme typischerweise an den unteren Extremitäten. Wie erkennt ihr ein #Ödem? Oftmals kann die Schwellung weggedrückt werden. Soll heißen, dass der Fingerabdruck zu sehen ist. Soviel zum #Venensystem und den #Ödemen.

Nächste Woche geht es dann weiter mit der Frage: „Welche Funktion hat die #Kompressionstherapie?“ 

Ihr solltet euch jetzt vorstellen können, wie das #Venensystem in etwa funktioniert und wie ein #Ödem entsteht. Beobachtet es in der #Praxis und macht eure #Erfahrungen. 

Wir verabschieden uns bis nächste Woche, 

Maike und Insa