Ein Frühdienst in der Unfallchirurgie

Gastbeitrag Teil IV

5 Uhr morgens, mein Wecker klingelt – der Frühdienst ruft.
Eine Stunde später sitze ich, wenn alles gut läuft und sich niemand krankgemeldet
hat, mit drei weiteren Kollegen bereits am Tisch – startklar für die Übergabe von
zwei Nachtdienstkollegen.
Nachdem ich mir ca. 30min alle neuen und wichtigen Details der Patienten angehört
habe, fällt die obligatorische Frage: „Wie teilen wir uns auf?“ Unsere Station, die für
insgesamt 34 Patienten ausgelegt ist, wird in zwei Bereiche geteilt. Zwei Kollegen
jeweils für einen Bereich à 17 Patienten. Nur leider gehört diese optimale Aufteilung
nicht zum Alltag. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen wäre eine 1:8
Betreuung optimal.
Zunächst steht auf dem Plan, ggf. Infusionen vorzubereiten und die Prä-
Medikation der Patienten für die anstehenden Operationen mitzunehmen. Blutdruck- und Blutzuckermessgerät, ein Telefon und natürlich ganz wichtig die Kurven dürfen auf meinem Wagen für die erste Runde nicht fehlen.
Gestartet wird meistens in den Zimmern, in denen Operationen bei Patienten
anstehen. Sie haben oberste Priorität, da jederzeit der OP anrufen könnte und die
geplanten Patienten abruft. Dann muss alles zügig gehen, aber dazu im Folgenden
mehr.
Zunächst werden die Vitalzeichen (Blutdruck, Puls und Temperatur) ermittelt und die Schmerzstärke der Patienten erfragt. Dies ist wichtig, um morgens einen ersten
Eindruck über den Allgemeinzustand des Patienten zu erhalten und ggf.
Komplikationen zu erkennen. Bei Patienten mit Diabetes wird der Blutzucker
gemessen.

Eine meiner Patienten an diesem Tag ist eine 78 Jahre alte Frau, mit
Oberschenkelhalsfraktur rechts. Sie hat heute ihre OP. Da sie nicht aufstehen kann,
stelle ich eine Waschschüssel an ihr Bett und unterstütze sie bei der Körperpflege.
Außerdem muss ich das Bett komplett neu beziehen, das ist eine Arbeitsanweisung
vor Operationen. Jede Bewegung, die ich mit ihr durchführe, schmerzt ihr
sehr. Ich bitte sie das OP-Hemd anzuziehen, lege die Haube unter das Kopfkissen
und fordere sie auf, Schmuck oder Zahnprothesen zu entfernen und weise sie
darauf hin ihre Medikamente an diesem Morgen lediglich mit einem kleinen Schluck
Wasser einzunehmen, da die Patienten nüchtern zur OP erscheinen müssen.
In dem Vierbett-Zimmer liegt außerdem eine dementiell erkrankte Dame mit einer Schädelprellung unter ASS und einer Kopfplatzwunde. Sie möchte ständig das Bett verlassen und kann nicht verstehen, dass sie nicht alleine aufstehen soll. Ich muss, während ich die anderen Patientinnen im Zimmer versorge, immer ein Auge auf sie haben. Bei der Versorgung der dementiell erkrankten Patientin ist zu beachten, dass ich eine Vigilanzkontrolle durchführe. Das heißt die Pupillenreaktion genau zu überprüfen. Dadurch können Blutungen im Gehirn erkannt werden. Des Weiteren zählt dazu den Bewusstseinszustand der Patientin wahrzunehmen und evtl.
Wesensveränderungen oder Eintrübungen festzustellen.
Ich begleite sie danach an das Waschbecken und gebe ihr Anleitung und
Hilfestellungen für die Körperpflege, dabei ist besonders Feinfühligkeit und Empathie gefragt. Danach begleite ich sie wieder zurück ins Bett und führe einen
Verbandswechsel der Kopfplatzwunde durch, dabei reinige ich die Wunde mit einem
Hautdesinfektionsmittel. Dies toleriert die Patientin kaum, das bedeutet für mich –
erhöhter Schwierigkeitsgrad sauber zu arbeiten.

Frühstück gibt es für die Patienten ca. 7:30 Uhr, dieses wird in der Woche von einer
Versorgungsassistentin ausgeteilt. Bis dahin muss ich bei allen Patienten auf meiner
Seite der Station Blutzucker gemessen haben und schauen wer, wie viel Insulin
bekommt.
Bevor das Frühstück ausgeteilt wird, habe ich es mit meiner Kollegin geschafft, 1- 2
Zimmer zu versorgen – sprich Körperpflege, Vitalzeichen messen, ggf.
weniger aufwendige Verbandswechsel durchführen und die Mobilisation für das
Frühstück.
Falls notwendig, ist es unsere Aufgabe Essen bei nicht selbstständigen Patienten
anzureichen.
8:00 Uhr, das Telefon klingelt, die OP Schleuse ruft meine 78 -jährige Patientin ab. Die
Patienten müssen wir selbst einschleusen, das machen wir zu zweit. Die Akte und die
Kurve der Patientin müssen mitgenommen werden. Ein letzter Blick, ob die OP-Aufklärungen vorhanden sind – Check! Jetzt muss es zügig gehen.
Während meine Kollegin das Bett vom Strom löst und alles zur Abfahrt vorbereitet,
erhält die Patientin ihre verordnete Prä-Medikation von mir sowie die OP-Haube.
Samt Bett fahren wir dann zur Schleuse und gemeinsam mit dem OP-Team wird
eingeschleust. Ein kleiner Mut-Zuspruch für die Patientin sollte bei den zügigen
Arbeitsabläufen nicht verloren gehen. Rasch geht es dann wieder auf die Station
nach oben.

Zeitgleich findet die Visite statt, die entweder von der Stationsleitung oder der
Schichtführung begleitet wird.
Während die Patienten frühstücken, dokumentieren wir schon die ersten Maßnahmen im Pflegebericht und die Kollegin, die die Visite begleitet hat, informiert uns über die weitere Versorgung der Patienten oder neue Anordnungen.
Meistens wird dann direkt angefangen ein paar Anordnungen auszuarbeiten.
Und dann knurrt auch so langsam der eigene Magen. Einer von uns bereitet frischen
Kaffee zu und deckt den Tisch, sodass wir gegen 9:00 Uhr endlich etwas essen
können. In der halben Stunde Pause wechseln wir uns ab, wer zur Klingel geht oder
wenn das Telefon klingelt. Und je nach Tagesform kann aus der 30-minütigen Pause
auch eine 15-Minütige werden.
Während wir essen, kommen auch unsere Physiotherapeuten auf die Station. Mit
ihnen müssen wir uns absprechen, sodass wir uns nicht gegenseitig bei der Arbeit
behindern.

In der 2. Runde werden die restlichen Zimmer versorgt. Es ist darauf zu achten, dass
alle Patienten ihre Morgenmedikation genommen haben. Außerdem fallen auch
Tätigkeiten an wie, Redon-Drainagen, die vorübergehend im OP-Gebiet belassen
wurden, zu ziehen, Blut abzunehmen, Fixateurpflege durchzuführen oder Patienten
zur Toilette zu begleiten.
Zwischendurch finden natürlich auch Angehörigengespräche oder ein Austausch mit
unserer Sozialarbeiterin statt.
Der Frühdienst neigt sich dem Mittag zu, Blutzucker messen steht erneut auf dem
Programm und natürlich wieder die Mobilisation der Patienten. Das Mittagessen
müssen wir nun selbst austeilen.

Erneut wird sich an die zeitaufwendige Dokumentation per Hand gesetzt, ggf.
erfolgen Fotodokumentationen von Wunden (z.B. Dekubiti) im SAP-Programm.
Die Dokumentation soll so knapp wie möglich sein, aber dennoch alle
wichtigen und relevanten Informationen über den Patienten enthalten. Dies betrifft
z.B. den Allgemeinzustand, Vitalzeichen, Wundverhältnisse, Fortschritte in
der Mobilisation, Veränderungen in der Medikation und das weitere Vorgehen im
Behandlungspfad. Es ist wichtig auf den Punkt zu dokumentieren, damit die
nachfolgende Schicht bestens über den Patienten informiert ist – nur so kann eine
adäquate Versorgung ohne Unterbrechungen oder Lücken fortgeführt werden.
Falls Entlassungen von Patienten bevorstehen, sei es in ihr Pflegeheim zurück oder
in die Reha, sind Pflegeüberleitungsbögen anzufertigen und Transporte für die
Patienten zu bestellen. In diesen Bögen werden die weiterversorgenden
Einrichtungen über allgemeine Daten (Name, Geburtsdatum, Krankenkasse,
Pflegegrad, Ansprechpartner/Angehörige), die Diagnose,
Bewusstseinszustand/Orientierung, die Kommunikation (Sehstörung/Hörstörung),die
Schmerzsituation, die Bewegung (Aufstehen/Gehen/Sitzen/Gehhilfen), die
Körperpflege (uneingeschränkt selbstständig/eingeschränkt/abhängig/ Hautzustand),
die Ernährung (Ernährungszustand/selbstständig/eingeschränkt/abhängig) sowie die
Ausscheidung (Stuhl- oder Urininkontinenz) informiert. Da die Entlassung aus dem
Krankenhaus in eine Pflegeeinrichtung eine bedeutungsvolle Schnittstelle in der
Versorgung darstellt, ist es äußerst wichtig, dass eine Pflegefachkraft dabei korrekte
Angaben macht – das setzt voraus, dass sie den Patient genaustens kennt und über
seinen Verlauf in der Versorgung Bescheid weiß.Nachdem wir das Mittagessen wieder eingesammelt und dabei kontrolliert haben ob die Medikamente eingenommen wurden, versorgen wir inkontinente Patienten mit frischem Inkontinenzmaterial.

13:15 Uhr, so langsam trudelt der Spätdienst ein – bestehend aus drei Pflegekräften und ja wieder dasselbe…wenn alles gut läuft.
13:30 Uhr beginnen wir mit der Übergabe, dabei gehen wir von Zimmer zu Zimmer, machen also eine Übergabe am Bett.
14:00 Uhr geht der arbeitsreiche Frühdienst dann zu Ende. Mein Magen hängt in den
Knien, die Füße tun weh.
Kein Tag auf Station verläuft wie der Tag davor. In jedem Dienst habe ich eine hohe
Fremdverantwortung zu tragen. Ich muss Entscheidungen treffen, hohe Kompetenz
haben – denn mein Handeln hat Konsequenzen.
Das Gerüst unserer Arbeit hat sich in den letzten Jahren stark verändert, die Bedarfe
unserer Patienten nicht. Es sind unsere Angehörigen. Und jeder der sie versorgt und
pflegt, benötigt einen angemessenen Rahmen dafür.

#Pflegegehtunsallean!

Eure Maria

Ein Früdienst in der Kardiologie

Gastbeitrag Teil III

Hallo alle zusammen,

in den nächsten Einträgen werden wir unsere Tagesabläufe vorstellen. Der heutige Eintrag veranschaulicht einen Frühdienst auf einer internistischen Kardiostation, auf der Patienten zusätzlich über die Telemetrie überwacht werden können. Zur Erklärung: Eine Telemetrie ist wie ein kleines EKG, welches die Herzfunktion überwacht und dies ist auf einem Monitor im Dienstzimmer zu sehen. Um bei Auffälligkeiten direkt informiert
zu werden, trägt eine Pflegekraft einen Pager bei sich. Der Pager meldet sich bei hohen bzw. niedrigen Herzfrequenzen, beim Lösen der Elektroden, bei Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall bei einer Asystolie, also dem Herzstillstand. Auf der Station können 42 Patienten liegen.

Um 6 Uhr morgens beginnt mein Dienst. Die Station wird in drei Bereiche aufgeteilt und ich höre mir die Übergabe an. Danach bereite ich meinen Wagen für den morgendlichen Durchgang vor. Ab 6:30 Uhr gehe ich durch die Zimmer und messe Vitalzeichen. Zu diesen gehören Blutdruck, Puls, Temperatur, Sauerstoffsättigung und Blutzuckerwerte. Diese sind ein wichtiger Bestandteil der Krankenbeobachtung. Bereits kleinste Veränderungen der Vitalparameter können auf eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustands hinweisen, dem dann schnellstmöglich entgegengearbeitet werden muss. Des Weiteren verteile
ich die Medikamente, hänge Infusionen an, nehme Blut ab, wiege Patienten und bereite Patienten auf Untersuchungen vor (z.B. Herzkatheteruntersuchung, Kardioversion). An diesem Morgen habe ich den Pager übernommen und musste meinen Durchgang öfter unterbrechen, um verschiedenen Alarmen nachzugehen.

Danach wird mit allen Pflegefachkräften zusammen das Frühstück verteilt, wobei die Patienten an der Bettkante oder am Tisch richtig aufgesetzt bzw. mobilisiert werden. Je nach Hilfebedarf wird das Essen vorbereitet oder angereicht.

Nachdem das Frühstück abgeräumt wurde, beginnt die Körperpflege. Diese ist wieder auf den Hilfebedarf der Patienten abgestimmt. Manche benötigen nur eine Hilfestellung in der Waschecke für den Intimbereich und die unteren Extremitäten, andere liegen im Bett und können sich nicht selbst bewegen und müssen daher von zwei Pflegefachkräften versorgt werden. Danach erfolgt die Lagerung dieser Patienten, um ein Druckgeschwür zu vermeiden.

Wenn die Grundpflege nicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt, versuche ich an der Visite teilzunehmen, um mehr über meine Patienten zu erfahren und um im Austausch mit dem Arzt zu stehen (um Fragen und das weitere Vorgehen zu besprechen). Oft kann ich nicht durchgehend dabei sein, weil entweder der Pager Alarme von sich gibt, die Klingel abgelaufen werden muss oder Kollegen meine Hilfe benötigen.

Vor dem Mittagessen muss bei den Diabetikern der Blutzucker gemessen und ggf. Insulin gespritzt werden. Dann wird das Essen verteilt. Oft müssen in dieser Zeit die ersten Patienten von den Untersuchungen abgeholt werden. Danach wird eine Checkliste zum Messen der Vitalzeichen angelegt und die Kurve wird ausgearbeitet.

Die Visite ist ab diesem Zeitpunkt fertig und muss ausgearbeitet werden. Dabei muss ich mich sehr beeilen, weil die immobilen Patienten gelagert werden müssen und die Spätschicht bald auf der Matte steht. Dieser möchte man auch nicht zusätzlich Arbeit überlassen. Die Mittagszeit ist am stressigsten. Alles passiert auf einmal und die Zeit rennt einem davon, oftmals kommen noch neue Zugänge aus der Notaufnahme, um das Chaos perfekt zu machen.

Wenn alles erledigt ist, wird die Dokumentation in die Kurven geschrieben.
Die Dokumentation aller pflegerischen Maßnahmen ist sehr wichtig, weil jede Pflegefachkraft so den Pflegeprozess nachvollziehen kann und erkennt, welche Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes geführt haben. Die Datenerfassung erleichtert nicht nur die Planung der Pflegemaßnahmen, sondern auch die Arbeit der behandelnden Mediziner oder Therapeuten. Außerdem dient die Pflegedokumentation der juristischen Absicherung der Pflegefachkräfte. Danach erfolgt
die Übergabe an den Spätdienst. Der Pager wird an die nächste Person
übergeben. Mit ganz viel Glück kann ich um 14 Uhr pünktlich in die Umkleide gehen.

#pflegegehtunsallean! ,

Lara

Attraktivität Pflege?!

Gastbeitrag Teil II

In unserem heutigen Blogbeitrag stellen wir uns die Frage:
Wie bleibt Pflege attraktiv oder besser gesagt, wie wird sie wieder attraktiver, um dem Pflegenotstand entgegenzuwirken?

Wir alle wissen, dass das Bild der Pflege, so wie es nach außen getragen wird, leider nicht sehr schön oder attraktiv ist. Es gibt besser bezahlte Berufe mit weniger körperlicher Arbeit und weniger psychischer Belastung.
Fragen wir jetzt allerdings Pflegefachkräfte, die täglich im Pflegealltag tätig sind, dann wird deutlich, dass es wie in jedem Beruf ist. Es zeigen sich gute und schlechte sowie stressige und entspannte Tage.
Am Ende ist dann nur wichtig, dass Lösungsansätze existieren, wie man die schlechten Tage besser gestaltet oder die stressigen Tage entspannter.
Ganz oben steht bei solchen Ansätzen immer die Autonomie im beruflichen Handeln. Dafür ist es von Bedeutung, dass Vorgesetzte in ihren Führungsaufgaben für problemlösungsorientierte Unterstützung sorgen.
Es ist außerdem wichtig, dass ein gutes soziales Klima herrscht und es einen guten organisierten Zusammenhalt in allen Bereichen der Zusammenarbeit gibt. Leichter gesagt, aber auch besonders wichtig. Und worüber wir als Pflegefachkräfte oft schmunzeln im Moment, ist die Tatsache, dass eine Überbelastung vermieden werden soll.
Wir als Pflegefachkräfte streben stetig die Chance zur beruflichen Entwicklung an, um unsere Arbeit so genau wie möglich mit dem neusten Stand der Wissenschaft und mit dem größtmöglichen Wohlbefinden jedes Patienten zu erfüllen. Dabei darf nur nicht vergessen werden, dass neben dem Beruf noch Familie und Freizeit existieren, die unter keinen Umständen zu kurz kommen dürfen. Eine vernünftige Work-Life-Balance ist da gefordert.

Diese ganzen Lösungsansätze klingen jetzt echt super, wenn man sie liest und man denkt sich, dass das doch nicht schwer umzusetzen sein kann. Doch dazu müssen wir einmal kurz etwas klarstellen:
In den Medien sehen wir häufig genau das Gegenteil. Eine Pflegefachkraft hat sich mittlerweile um mindestens 13 Patienten zu kümmern in ungefähr acht Stunden mit einer halben Stunde Pause. Im Nachtdienst sind es sogar bis zu 35 Patienten, die alleine von einer Pflegefachkraft versorgt werden müssen, da sie die Schicht als Einzige betreut.
Kommen wir mit diesen Bedingungen also einfach zu den Lösungsansätzen? Nein!

Gegenfrage: Was sind also jetzt die wichtigsten Veränderungen, die durchgeführt werden müssen, dass wir näher an die Lösungsansätze kommen? (Wir zählen diese einfach mal wertungsfrei auf)

  • Erhöhung des Personalschlüssels
  • Erhöhung der Löhne
  • strukturelle Verbesserungen für die Vereinbarung von Familie und Beruf

Gehen wir noch einmal auf den Punkt des vorherigen Blogposts der professionellen Pflege ein und verbinden diese mit einem modernen Pflegeverständnis. So denken wir, dass wir da einen Teil der Lösung darin finden können.

Es wird sich an wissenschaftlichen Grundlagen orientiert und es ist außerdem ein ressourcenerhaltendes/ gesundheitsförderndes/ präventives System, wonach professionelle Pflege ausgerichtet ist. Berücksichtigt dabei werden die Punkte Autonomie und Selbstbestimmtheit des Einzelnen, Kooperation und Vernetzung mit anderen Berufsgruppen. Es kommt zur Unterstützung durch flexible, bedarfs- und bedürfnisgerechte Angebote in der Lebensführung des Menschen.

Was treibt professionelle Pflege jetzt an?

Es muss die Mehrdimensionalität, wie sie im letzten Blogpost erklärt wurde, anerkannt werden und es müssen klare Regelungen der Verantwortlichkeit, der rechtlichen Grundlagen und der Autonomie geschaffen werden. Diese Regelungen finden dabei allerdings nicht nur in der Pflege selbst statt, sondern auch auf ganzen anderen Ebenen, wie der Politik und Wirtschaft.

„Was auch immer die Zukunft der Pflege bereithält, ich wünsche mir, dass das Bild der sich aufopfernden Pflegerin nicht mehr Teil davon ist. Denn Pflege ist keine Wohltätigkeit, bei der wir in Kauf nehmen, dass sie uns ruiniert. Finanziell, körperlich und sozial. Pflege ist ein wichtiger Teil der Gesundheitsversorgung, der früher oder später uns alle angeht.“ (Beatrice Haberger, http://www.jetzt.de/job/unterschaetzter-beruf-krankenpflegerin, Zugriff am 21.03.2019)

Wir sind uns alle drei recht schnell einig gewesen, dass es zu einem Umdenken auf sämtlichen Ebenen kommen muss, damit die Attraktivität der Pflege gesichert ist. Es ist ein schöner Beruf und wir drei sind trotz der recht harten Arbeitsbedingungen froh, dass wir in diesem Beruf arbeiten. Denn was wir nicht vergessen dürfen: #pflegegehtunsallean!

Mit einem Lächeln an euch,
Lara, Maria und Laura 🙂

Neue Gastbeitragsserie! – Teil I

Liebe Blog-Leser und Blog-Leserinnen,
zuerst einmal herzlich Willkommen!

Wir, das sind Lara Buchberger, Maria Maiwald und Laura Rzesacz, arbeiten alle drei in der Pflege, in unterschiedlichen Krankenhäusern und unterschiedlichen Abteilungen. Und vor gar nicht allzu langer Zeit absolvierten wir erst unser Examen.

Wir können vielleicht noch keine 20 Jahre Berufserfahrung vorweisen, doch merkten wir schnell, dass die Pflege leider nicht so angesehen wird, wie sie eigentlich im Alltag stattfindet. Es ist für die meisten gar nicht klar, dass hinter Pflege mehr als nur „Hintern abwischen“ steckt. Vielen ist nicht bewusst, dass in dem Beruf Pflege sehr viel Wissen und Können vorausgesetzt wird, um professionell pflegen zu können.

Deshalb haben wir uns zum Auftrag gemacht euch dies genau deutlich zu machen.

Was ist Pflege und was bedeutet es eine Pflegekraft zu sein?
Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen und was sind meine grundsätzlichen Aufgaben in der Pflege?
Wie findet sie im Alltag statt?
Wie muss ich handeln, wenn es zu Notfällen kommt?
Wie bin und bleibe ich eine professionelle Pflegekraft?

Mit dem heutigen Blogeintrag führen wir euch mit einer Definition an den Pflegeberuf heran. Wir wollen euch zeigen, was Pflege umfasst, worauf sie sich stützt und was genau „professionelle Pflege“ bedeutet.
Im weiteren Verlauf unseres Blogs geben wir euch einen kleinen Einblick in unseren Arbeitsalltag auf drei verschiedenen Stationen. Außerdem zeigen wir noch, was wichtig ist, damit das System Pflege im eigenen Team und in der Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen funktioniert. Wir werden euch anhand eines Fallbeispiels verdeutlichen, was es bedeutet im Notfall zu handeln. Darüber hinaus erläutern wir ein paar Tipps und Tricks, wie man als Pflegefachkraft gut durch den Arbeitsalltag kommt und nicht all die Sorgen und Probleme von Patienten nicht mit nach Hause nimmt.

„Die besondere Funktion der Krankenschwester besteht in Hilfeleistungen für den Einzelnen, ob er krank oder gesund ist, in der Durchführung jener Aktivitäten, die zur Gesundheit oder Genesung beitragen (oder zu einem friedlichen Tod), welche der Kranke selbst ohne Unterstützung vornehmen würde, wenn er über die nötige Kraft, den Willen und das Wissen verfügte. Diese Hilfeleistung hat in der Weise zu geschehen, dass der Kranke so rasch wie möglich seine Unabhängigkeit wiedererlangt.“ (Henderson 1978:10; in: Brandenburg/Dorschner 2003:37)

Unserer Meinung nach spiegelt dieses Zitat alles wieder, was wir in unserem Pflegealltag durchführen. Denn Pflege umfasst die Unterstützung sowie Begleitung von Menschen aller Altersgruppen, die ihre Lebensaktivitäten nicht mehr oder nur noch in eingeschränktem Maße dauernd oder zeitlich befristet realisieren können. Es geht auch um die selbständige Durchführung und Mitwirkung an präventiven, diagnostischen, therapeutischen und rehabilitativen Maßnahmen. Als Pflegefachkraft führen wir Beratungen, Anleitungen und Begleitungen durch. Wir sorgen für den Erhalt und der Verbesserung der Selbstpflege der Pflegebedürftigen. Nicht zu vergessen ist, dass Pflegefachkräfte sich mit der Wissenschaft zur Thematik Pflege auseinandersetzen. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden dabei an Mitpflegenden weitergegeben und die neusten wissenschaftliche Erkenntnisse sollen in den Pflegeprozess eingebaut werden. Bei all dem was Pflege umfasst, spielen verschiedene Aspekte eine große Rolle:

  • handwerklich-technische Aspekte der Pflege: Nach unserer 3-jährigen Ausbildung müssen wir unser Handwerk verstehen. Z.B. müssen wir wissen, wie Patienten aus dem Bett in den Stand mobilisiert werden oder wie ein Verbandwechsel abläuft, um Komplikationen zu vermeiden.
  • kommunikative Aspekte der Pflege: Wir müssen kommunizieren. Mit jedem Patienten und zu jeder Tätigkeit, die wir am oder mit Patienten durchführen. Wir müssen wichtige Aspekte oder Informationen erfragen, um jeden Einzelnen so gut wie möglich einschätzen zu können.
  • organisatorische Aspekte der Pflege: Wir müssen dazu in der Lage sein unsere Schicht zu organisieren, damit alle Patienten versorgt sind und damit bspw. Medikamente zum richtigen Zeitpunkt gegeben werden. Wir müssen auch organisieren, wie der Patient zu Hause versorgt wird, wenn die Entlassung erfolgt. Also müssen wir viel weiterdenken, als nur über den Zeitraum unserer Schicht.
  • institutionelle Aspekte der Pflege: Wir als Pflegefachkräfte arbeiten in Institutionen, (Krankenhäuser, Altenpflegeheime oder ambulante Dienste) in denen wir mit verschiedenen Berufsgruppen zusammenarbeiten, damit die Versorgung von Patienten vollständig gesichert ist.

Worauf stützen sich all diese oben genannten Aussagen und Aspekte? Auf den ICN Ethik Kodex für Pflegende. Dieser besagt: Gesundheit fördern, Krankheit verhüten, Gesundheit wiederherstellen, Leiden lindern!

Jetzt bleibt noch eine Frage für den heutigen Beitrag: Was ist dann „professionelle Pflege“?

Die „professionelle Pflege“ stützt sich auf eine systematisch entwickelte,
überwiegend auf Einzelfälle in der Praxis angewandte Wissensanwendung. Die professionelle Pflegefachperson kann auf der Grundlage vorhandener wissenschaftsorientierter Standards und beruflicher Erfahrungen einen Pflege- und Behandlungsbedarf diagnostizieren und die erforderliche Pflege planen, umsetzen sowie evaluieren. Die Professionalität wird durch die Fähigkeit deutlich, Erkenntnisse angemessen zu nutzen und vor allem diese flexibel einzusetzen.
Professionelle Pflege verfügt über die Fähigkeit, theoretische Kenntnisse in die Praxis umzusetzen. Auf diese Weise wird eine qualitativ
hochwertige Versorgung in Gesundheit und Pflege erreicht.
Und das ist, was wir wollen: hochwertige Versorgung unserer Patienten!

Bis bald,
Lara, Maria und Laura!

Gastbeitrag – Kompressionstherapie (Teil VII – Ende)

#Thrombose – Was macht die professionelle Pflege eigentlich?

Hallo liebe Leser/innen,

heute verdeutlichen wir die professionelle Pflege anhand der Thrombose zu verdeutlichen. Ihr habt bereits etwas über Thrombose erfahren. In diesem Blogeintrag erfahrt ihr noch etwas mehr und ihr werdet erfahren, welche Handlungsschritte zu beachten sind. Was ist DEINE Aufgabe als professionelle Pflegekraft? Worauf solltest du achten und welche Maßnahmen musst du eventuell ergreifen?

Thrombose, du erinnerst dich welche Gefahr einhergeht? Genau, der Thrombus verschließt die Vene. Die Gefahr ist, dass er bis in kleinste Arterien gelangen (=Embolus) und ein Schlaganfall (=Apoplex) oder Herzinfarkt ermöglichen kann. Was ist nun deine Aufgabe und wie erkennst du das? 

Bei einer Thrombose ist das Areal deutlich geschwollen! Das erkennst du gut, weil der Umfang, z.B. der Wade, deutlich größer als zum Bein ohne Thrombose ist. Die Person leidet an starken Schmerzen und eine bläuliche Verfärbung der Haut ist möglich. Wenn die Symptome nicht stark ausgeprägt sind, besteht die Möglichkeit, dass es sich wie ein Muskelkater und der Bereich sich schwer für die Betroffenen anfühlt.

Es ist DEIN Job diese Warnsignale zu erkennen! Bist du dir unsicher? Sprich mit Kollegen. Im Zweifel kläre die betroffene Person über die Symptome und die möglichen Folgen auf! Kontaktiere einen #Arzt oder lasse ihn ins Krankenhaus einweisen. Es macht nichts, wenn der Verdacht sich nicht bestätigt. Schlimmer wäre es, wenn du nichts tust, weil du dir nicht sicher bist und es am Ende doch eine Thrombose war. Du kannst der Person auch die Angst nehmen. Im Krankenhaus sind Geräte (Ultraschall) vorhanden, die den Durchfluss der Vene anzeigen. 

Neben einer Thrombose existiert auch eine Thrombophlebitis. Dabei ist die oberflächige Beinvene entzündet. Wie erkennst du das? Im Gegensatz zu der Thrombose ist das Areal gerötet, erwärmt und verhärtet. Die Muskelanspannung ist schmerzlich. Typische Entzündungszeichen solltest du kennen. Weißt du sie noch? Es sind 5 Anzeichen: Schmerz, Wärme, Funktionsverlust, Schwellung, Rötung. Bitte beachte, dass hier eine Aufnahme mit dem Arzt sehr wichtig ist! Ein begründeter Verdacht sollte sehr ernst genommen werden und bedarf ärztlicher Behandlung! 

Wenn es eine oberflächige Beinvenenentzündung gibt, existiert auch eine tiefere Beinvenenentzündung. Diese geht in den meisten Fällen mit einer Thrombose einher. Auch hier sind Schmerzen, Schwellung und Rötung ein Anzeichen.

Kurze Wiederholung: Ein Verdacht auf eine Thrombose oder einer Phlebitis muss unbedingt von einem #Arzt untersucht werden. Es besteht eine potenzielle Gefahr für den Betroffenen. Sie kann sogar lebensgefährlich werden.
Von daher: Habt keine Angst, sobald ihr Symptome wahrnimmt und ihr euch unsicher seid. Sprecht mit #Kollegen oder mit einem #Arzt. Vorsicht ist in diesem Fall IMMER die bessere Wahl. 

Augen auf und sensibel sein. Habt keine Angst!

Bis bald, 
Maike und Insa

Gastbeitrag – Kompressionstherapie (Teil VI)

#Kompressionsverband richtig anlegen!

Herzlich willkommen zurück bei unserem nächsten Blogeintrag,

heute wird noch einmal das „Wickeln der Beine“ thematisiert. Die sog. Kompressionstherapie hilft beim Rückfluss des Blutes. Für die #Pflege ist wichtig zu wissen, dass es verschiedene Arten und Binden für das Wickeln der Beine gibt.

Die bekanntesten Wickelmethoden sind von Pütter und Fischer. Bei der Kompressionstherapie werden die Beine vom Zeh bis hin zum Knie gewickelt, bei Bedarf auch bis zur Leiste. Die benötigten Binden sind immer sehr individuell. In den meisten Fällen werden zwei Binden (eine kleinere, eine größere) pro Bein verwendet.
Wichtig ist hierbei, dass sich der Betroffene in einer liegenden Position befindet. Deshalb sollte das Wickeln der Beine, um ein bestmögliches Ergebnis für den Patienten erzielen zu können, am Morgen sein. Das Wickeln der Beine erfolgt ohne großartigen Zug oder Spannungen.

Der Kompressionsverband nach Fischer kennen wir in der #Pflege unter Kornährenverband. Hierbei wickelt ihr mit der einen Binde nach rechts oben und dann wieder nach rechts unten. Somit entwickelt ihr das Kornährenmuster.

Nun aber das Wichtigste für die #Pflege. Beim Wickeln der Beine ist darauf zu achten, dass die Ferse nicht frei liegt, sich keine Falten, Knicke bilden oder keine Schmerzen beim Betroffenen vorliegen.
Durch einen zu festen Verband ist es möglich, dass das Gewebe absterben kann oder Nerven geschädigt werden. Das sieht man an einer blauen Verfärbung der Zehen. Hier sofort den Verband abnehmen!
Deshalb ist es immer wichtig sich Wissen zur Thematik anzueignen und mit dem Patienten zu sprechen. Falls dies nicht möglich ist, sollte stark auf die Gestik und Mimik geachtet werden.

Des Weiteren sind Unterschiede der Kompressionsbinden vorhanden. Die Langzugbinden werden meist mit mehr Zug angelegt. Diese Art ist sehr hilfreich, wenn sich der Betroffene nicht mehr ausreichend bewegen kann und dort mehr Kompression verlangt wird. Die Langzugbinden besitzen den höchsten Druck in Ruhe. Anderes bei den Kurzzugbinden. Diese werden verwendet, wenn Betroffene noch mobiler sind. sie besitzen den höchsten Druck in Bewegung.

Jetzt zum Anlegen des Kompressionsverbands:
Ihr benötigt einen TG-Schlauch, Polsterwatte und pro Bein meistens 2 Binden. Der TG-Schlauch ist dafür da um, z.B. Schweißbildungen aufzunehmen. Dieser kann bei Bedarf täglich gewechselt werden.
Danach kommt die Polsterwatte. Diese schützt vor Druckstellen und verteilt den Druck der Kompressionsbinden gleichmäßig.

Außerdem wichtig zu wissen für die #Pflege:
Es ist ein Einmalprodukt und sollte nach Gebrauch verworfen werden. Hiernach folgt die kleinere von den Binden. Diese wickelt ihr bis über die Ferse. Danach folgt die zweite Binde. Zu beachten ist, dass ihr immer in die Binde schaut und immer die Binde nachstreicht, um diese zu modellieren. Dadurch erreicht sie den richtigen Druck.

Meist ist es so, dass die Hausärzte die Kompressionsstrümpfe verordnen. Diese sollten auf jeden Patienten individuell zugeschnitten und ausgemessen sein. So können Komplikationen in der #Pflege vermieden werden.

Bei Fragen schreibt uns einfach,
bis dahin eure Maike und Insa!

Gastbeitrag – Kompressionstherapie (Teil V)

#Pflege – ein medizinisches Erlebnis!

Hallo liebe Leser/innen,

ich arbeite auf einem stationären Bereich der Altenpflege. Die Bewohner haben unterschiedliche Erkrankungen und können sich teilweise oder gar nicht mehr selbstständig versorgen.

Auch in unserer Einrichtung befinden sich Bewohner, die zu Wassereinlagerungen in den Extremitäten neigen oder ein erhöhtes Risiko der Thrombose aufzeigen.

Es gibt eine Vielzahl von Therapiemöglichkeiten. Heute werde ich die medikamentöse Therapie etwas erläutern.
In vielen Fälle ist es wichtig die Therapie mit Haus- und Fachärzten zu besprechen, um eine möglichst erfolgreiche Behandlung für den Klienten zu erreichen. Nicht jede der hier aufgezählten Therapie kann für den Klienten Erfolg haben.

Zu den bekanntesten Therapiemöglichkeiten gehören die Vitamin K-Antagonisten. Diese Art der Medikamente gehört zu den Gerinnungshemmern. Sie sorgen mit bestimmten Wirkstoffen dafür, dass das Blut seine Fließfähigkeit beibehält.

Vitamin K Antagonisten wird diese Form der Medikamente bezeichnet, weil das Vitamin K, welches in der Leber gebildet wird, für die Gerinnung des Blutes verantwortlich ist. Diese Gabe führt dazu, dass das Blut fließfähiger wird und es nicht zu einer Thrombose oder erneuten Thrombose führen kann.

Wichtig für die #Pflege ist es die Gerinnungseigenschaften des Blutes regelmäßig kontrollieren zu lassen, um andere Risikofaktoren ausschließen zu können.

Die direkten oralen Antikoagulantien haben bestimmte Vorteile. Die Vorteile dieser Medikamente beschreiben, dass sie im Gegenteil zu anderen Medikamenten schneller und gezielter wirken können. Je nach schwere der Thrombose wird gemeinsam mit Hausärzten entschieden, welche Therapie für den Betroffenen wirksamer ist.
Positiv ist, dass sie schneller als Vitamin K Antagonisten wirken, man nicht speziell auf seine Ernährung achten muss und es weniger bis keine Kontrollen der Fließeigenschaft des Blutes verlangt. Ein gängiges Medikament wäre Xarelto oder Eliquis.

Wenn man als Senior schon mit seinen Erkrankungen und Gebrechen zu kämpfen hat und noch jede Woche zur Quick-Kontrolle (Kontrolle der Fließfähigkeit des Blutes) muss, wirkt dies sehr anstrengend und belastend auf den Körper.

Deshalb stellt man die Betroffenen, die in einem Heim wohnen, meist auf die oralen Antikoagulantien ein.

Wichtig für eine gute #Pflege ist es, den Pateienten in seinem Verhalten zu beobachten und genauere Kontrollen oder Termine der Betroffenen einzuhalten, um passend reagieren zu können. Ein Risiko eine erneute Thrombose zu bekommen o.ä. gilt zu vermeiden.

Wir sehen uns beim nächsten Eintrag,
Maike und Insa

Gastbeitrag – Kompressionstherapie (Teil IV)

Hallo liebe Leser/innen,

schön, dass ihr den Weg wieder zu uns gefunden habt. Nun geht es weiter mit der Frage, welche Funktion die #Kompressionstherapie bzw. der Kompressionsstrumpf hat? Im Text werden euch gleich zwei Begriffe wie „distal“ und „proximal“ begegnen. Vor ab wollen wir euch die beiden Begriffe erläutern: Distal bedeutet „vom Herzen entfernt liegend oder weiter von der Körpermitte entfernt“. Proximal bedeutet das Gegenteil, nämlich „der Körpermitte zu gelegen“. Die beiden Begriffe beschreiben somit Richtungen im Bezug auf Körperregionen.

Die Kompressionsstrümpfe erfüllen die medizinischen Erfordernisse für die Therapie. Dabei nimmt der Druck konstant von distal nach proximal ab. Das bedeutet nun, dass der Druck von dem Knöchel zum Oberschenkel immer niedriger wird. Schlussfolgernd ist der Druck am Knöchel-/ Fußbereich immer am stärksten. Nun könnte die Frage auftreten, wieso der Druck dort am stärksten sein muss. Das lässt sich auch ganz logisch erläutern. Steht ein Mensch, ist der Druck auf den Venen distal am größten, sprich Knöchel-/ Fußbereich. Somit muss der Druck des Kompressionsstrumpfes dort am höchsten sein. Vielleicht haben einige von euch schon von den verschiedenen Kompressionsklassen gehört. Diese könnt ihr im Etikett sehen (CCL I bis CCL IV).

In Verbindung einer #Kompressionstherapie ist die #Thrombose auch sehr wichtig zu kennen. Was ist eine #Thrombose? Hierbei handelt es sich um eine Gefäßerkrankung, bei der sich ein Thrombus (Blutgerinnsel) in einem Blutgefäß bildet. Es wird unterschieden in Venenthrombose, Phlebothrombose und einer tiefen Beinvenenthrombose. Ein Thrombus entsteht durch Blutgerinnung. Verklumpt sich das Blut, hindert es den Blutstrom im Gefäß. Es kann zu einer #Thrombose (Verschluss des Gefäßes) oder einer Embolie (der Thrombus bewegt sich und wird dann Embolus genannt und verstopft dann meist kleiner Blutgefäße wie z.B. Koronararterien) kommen. In diesem Zusammenhang ist das Virchowsche Trias von Bedeutung, die zugleich auch die Ursache einer Entstehung sind:

  1. Änderung der Blutzusammensetzung → z.B. durch Dehydration, Gerinnungsstörungen
  2. Herabgesetzte Blutströmungsgeschwindigkeit → Gründe: erweiterte Venen, Immobilität, langes Sitzen
  3. Schäden der inneren Gefäßwände → durch Operationen oder Erkrankungen wie Diabetes Mellitus, welche die Gefäßwände schädigen können

Risikofaktoren einer #Thrombose sind z.B.:

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Flüssigkeitsmangel (Exsikkose)

Indikation einer #Kompressionstherapie:

  • Lymphödeme
  • Varikose
  • Ulcus Cruis venosum
  • tiefe Beinvenenthrombose
  • nach #Operationen

Kontraindikationen einer #Kompressionstherapie:

  • fortgeschrittene periphere arterielle Verschlußkrankheit (PavK)
  • dekompensierte Herzinsuffizienz
  • schwere Sensibilitätsstörungen der unteren Extremitäten
  • fortgeschrittene periphere Neuropathien (z.B. durch Diabetes mellitus)

Habt ihr dazu noch Fragen? Dann schreibt uns gerne an!

Bis bald,Maike und Insa

Gastbeitrag – Kompressionstherapie (Teil III)

Hallo liebe Leser, liebe Kollegen, liebe Schüler,

habt ihr letzte Woche fleißig geübt? #ÜbungmachtdenMeister. Heute geht es weiter mit dem Hintergrundwissen.
Was passiert dort überhaupt in den Beinen?
Nun erfahrt ihr heute mehr über das #Venensystem und #Ödeme. Gar nicht so kompliziert. 

Ihr müsst euch vorstellen, dass die Beinvenen für den Rückfluss des Blutes zum #Herzen sorgen. In den Venen befinden sich Venenklappen, die dafür sorgen, dass das Blut nur in eine Richtung fließen kann. Wenn wir uns wenig bewegen oder viel sitzen, belastet das unser #Venensystem. Warum? Weil die Muskelvenenpumpe in den Waden durch Kontraktion der Muskeln den Abtransport des Blutes zum #Herzen unterstützt. Bei wenig Bewegung oder viel sitzen arbeiten diese Muskeln nicht und können nicht unterstützend wirken. Die Folge ist, dass sich die Beinvenen ausdehnen und sich die Venenklappen nicht mehr korrekt verschließen. Und was passiert dann? Richtig, die Beine schwellen an, welches oft sichtbar durch einschneidende Socken ist. Wird das nicht frühzeitig behandelt, können sich Krampfadern oder im schlimmsten Fall „offene Beine“ entwickeln – in der Fachsprache nennen wir das Ulcus cruris.

Bei dem Foto handelt es sich um eine eigene Darstellung zur Verdeutlichung der Muskelvenenpumpe. Auf dem oberen Bild sieht man den Muskel am Gefäß anliegen. Bei dem unteren Bild wird sofort sichtbar, dass der Muskel das Gefäß zusammendrückt und somit den Blutstrom proximal fördert. Dies wird durch einfache Thromboseprophylaxe erreicht.

Eine Schwellung wird #Ödem genannt. Bei diesem Ödem sammelt sich Flüssigkeit im umliegenden Gewebe an. Und wie kommt es nun dazu? Das liegt an dem steigenden #Druck in den kleinen #Blutgefäßen. Dadurch kann Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gepresst werden. Und da die Schwerkraft alles nach unten zieht, entstehen die #Ödeme typischerweise an den unteren Extremitäten. Wie erkennt ihr ein #Ödem? Oftmals kann die Schwellung weggedrückt werden. Soll heißen, dass der Fingerabdruck zu sehen ist. Soviel zum #Venensystem und den #Ödemen.

Nächste Woche geht es dann weiter mit der Frage: „Welche Funktion hat die #Kompressionstherapie?“ 

Ihr solltet euch jetzt vorstellen können, wie das #Venensystem in etwa funktioniert und wie ein #Ödem entsteht. Beobachtet es in der #Praxis und macht eure #Erfahrungen. 

Wir verabschieden uns bis nächste Woche, 

Maike und Insa

Gastbeitrag – Kompressionstherapie (Teil II)

Ein fröhliches „Hallo“ an alle!

Schön, dass ihr wieder zu uns gefunden habt. Euch erwartet jetzt die Vorstellung von einer Frau, die eine Kompressionstherapie erhält. Der Name wird anonymisiert.

Frau Bauer ist 84 Jahre alt und wohnt alleine in einem Mehrfamilienhaus. Sie pflegt ihre sozialen Kontakte und geht mit dem Rollator regelmäßig spazieren. Vom #Pflegedienst erhält sie täglich Hilfe beim An- und Ausziehen der Kompressionsstrümpfe CCL II. Frau Bauer hat Lymphödeme in den Beinen und Varikosen in den unteren Extremitäten diagnostiziert. Auf Grund dessen erhält sie die #Kompressionstherapie. Sie erhält Kompressionsstrümpfe, die fast bis zur Leiste reichen. Manche Modelle gehen nur bis zum Knie und das Material unterscheidet sich ebenfalls. Ihr seht jetzt Fotos von dem Kompressionsstrumpf und ein wenig von dem Vorgang, wie dieser angezogen werden kann. Natürlich gibt es dort verschiedene Methoden und Techniken. Also wie ihr hier schon erkennen könnt, ganz so einfach ist das nicht, wie das immer aussieht. 

Bevor jemand Kompressionsstrümpfe erhält, wird das Bein ausgemessen und der Strumpf im Sanitätshaus hergestellt. Die #Pflegefachkräfte beraten über Thromboseprophylaxe, Handhabung, Wichtigkeit der Therapie und der Entstauung der Beinvenen.

Zur Vorbereitung werden die Kompressionsstrümpfe benötigt. Vor und nach der Behandlung folgt jedes Mal eine #Händedesinfektion. Weiterhin ein Sitzplatz für die Person, die den Strumpf erhält. Die Beine sollten vorher ca. 20 min hochgelagert sein, damit die Beinvenen entstaut sind. Die Durchführung wird per Fotodokumentation beschrieben. Für die Nachbereitung ist es wichtig, ob sich die Person darin wohlfühlt. Sitzt es eventuell irgendwo zu fest? Sind Falten sichtbar? Falten können zu viel Druck auf ein Hautareal ausüben und dies kann einen Dekubitus zur Folge haben. Dafür ein kleiner Tipp: #Kommunikation. Redet mit den Menschen und fragt, ob es angenehm sitzt – sie können es dir am besten sagen! 

Auf dem ersten Foto könnt ihr den Kompressionsstrumpf sehen. Wie ihr erkennen könnt, ist dieser auf links gedreht.

Ich greife von oben in den Kompressionsstrumpf rein und ziehe die Fußspitze bis zur Ferse hinein. Auf dem nächsten Foto könnt ihr das erkennen.

Dann wird mit beiden Händen rechts und links die Ferse auseinander gezogen und über den Fußrücken gestülpt. Das sieht erstmal so aus:

Das Ende vom Kompressionsstrumpf, welches später am Oberschenkel sitzt, wird über die Ferse hinten geschoben. Dann wird immer von innen des Strumpfes proximal geschoben. Wichtig: Es wird nicht über die Haut gezogen! Die Ferse muss genau in die davorliegende Rundung liegen. Der Stoff über den Zehen sollte locker aufliegen.

Angezogen sieht das Ganze dann so aus: Am linken Bein ist erkennbar, dass der Kompressionsstrumpf noch nicht bis nach ganz oben gezogen ist. Wichtig: Gehen die Kompressionsstrümpfe, z.B. bis zum Knie müssen zwei Finger breit Abstand gehalten werden – es könnte sonst drücken.

Jetzt wisst ihr schon mit welcher Technik Kompressionsstrümpfe angezogen werden können. Diese Technik orientiert sich ebenfalls an den Standard dafür. 
Wir verabschieden uns mit einem: „Viel Spaß beim Ausprobieren“.

Unser nächster Blog-Eintrag behandelt das Venensystem. Dies ist wichtig als Hintergrundwissen, freut euch drauf.

Bis nächste Woche! 
Maike und Insa