Gastbeitrag – Kompressionstherapie (Teil I)

„Kompressionsstrümpfe anziehen – dafür wird #Pflege benötigt?“

Hallo liebe Leserinnen und Leser, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Studierende,

wer sind wir? Wir sind Maike und Insa, beide Anfang zwanzig. Unsere Ausbildung zur examinierten #Altenpflegerin haben wir erfolgreich absolviert. Gereicht hat uns das aber nicht. Wir wollten mehr über die Hintergründe und Abläufe erfahren. Wieso ist das Gesundheitssystem so? Wie sind die Strukturen? Aus diesem Grunde haben wir beide 2017 unser #Studium „Angewandte Pflegewissenschaften“  an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfsburg begonnen. Derzeit befinden wir uns im 4. Semester. Nun fragt ihr euch sicherlich, wozu dieser Blog? Das wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Das Bundesministerium für Gesundheit hat ein Video veröffentlicht, um für den #Pflegeberuf zu werben. Leider wird der #Pflegeberuf häufig falsch oder übertrieben dargestellt. Denn #Pflege ist mehr und #Pflege kann nicht jeder. #Pflege ist auch keine „Aufopferung“ oder „Herzensangelegenheit“. Natürlich wird der #Beruf mit Herz ausgeübt, dennoch ist es nicht unser Leben, sondern unsere Arbeit. #Pflege ist eine Profession.

Nun haben wir uns im Rahmen unseres Moduls „Geriatrische Pflege“ überlegt, euch zu zeigen, dass #Pflege viel mehr ist. Viel mehr als Körperpflege („Waschen“), Essen anreichen, Betreuung und „das kann doch jeder“. Wir stellen euch die medizinische Behandlungspflege als ein Teil der #professionellen Pflege vor. Es wird sich hier speziell auf die Kompressionstherapie beschränkt, die wir im #Pflegealltag aus Erfahrung am häufigsten antreffen. 

Unsere medizinische Versorgung wird praxisnah beschrieben. Der Bewohner wird mit seiner Anamnese vorgestellt. Dazu werden Vor- und Nachbereitung beschrieben und die Durchführung der Tätigkeit. Dies orientiert sich an Leitlinien und Standards in der #Pflege, die evidenzbasiert sind. Wenn ihr denkt, dass es nur „Strümpfe“ anziehen ist oder Kompressionsverband anlegen, dann irrt ihr euch gewaltig. Wir zeigen euch auf, welches Wissen dahinter steckt und worauf eine #Pflegekraft jedes Mal achtet.

Nun, viel Spaß beim Lesen!

Eure Maike und Insa

Podcast Hörprobe

Liebe Pflegeprofis,

heute wurden die Ergebnisse unseres Projektes offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Da sich unser Projekt nicht dazu eignete, eine ganze Folge unseres Podcasts zu veröffentlichen, haben wir eine kleine Hörprobe erstellt. Für alle, die bisher noch keine Zeit gehabt haben: hört mal rein! Exklusiv hier über die Webseite.

Und wenn euch gefällt, was ihr hört – schaut bei Spotify vorbei und abonniert uns. Schickt uns ein Like auf Facebook, beteiligt euch an den Diskussionen zu den Themen. Schickt uns eure Gedanken zur Pflege.

Und denkt dran: Pflege braucht Profis!

Shownotes „Myokardinfarkt“

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

heute folgt ein Blogbeitrag zur koronaren Herzkrankheit (KHK) – passend zu dem Podcast mit Frau G. Hier bekommt ihr nun das passende Wissen von uns dazu.

Herz- und Kreislauferkrankungen zählen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland und Europa.
Darunter fällt auch der Myokardinfarkt (Herzinfarkt).

Durch verengte #Herzkranzgefäße entsteht eine #Mangeldurchblutung des Herzens.
Als eine Komplikation folgt der akute Myokardinfarkt.

Das Herz fungiert als ein muskulöses Hohlorgan und sorgt so als Druck-Saugpumpe für den Transport des Blutes durch den Körper. Herzkranzarterien und -venen regeln dabei die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels. Jedoch können auch chronische Erkrankungen der Herzkranzgefäße (Koronararterien) entstehen. Dies ist durch eine Verengung oder ein Verschluss von einem oder mehreren Herzkranzgefäßen möglich. Folglich kommt es zu einer #Mangeldurchblutung des Herzmuskels (Myokard).

Ursächlich dafür ist die Verkalkung (Arteriosklerose) der Koronararterien. Durch diese arteriosklerotischen Läsionen der Arterien entstehen sog. Plaques. Plaques sind Ablagerungen in der Gefäßwand der Arterien. Durch diesen Gefäßdefekt entleert sich der Inhalt der Plaques in das Innere der Gefäße. Der Körper reagiert zugleich mit einer Anlagerung von Blutplättchen als Reparaturmaßnahme. Zur Beseitigung des Defektes entwickelt sich punktuell ein Blutpfropf (Thrombus). Der Thrombus führt dazu, dass der Verschluss der Koronararterie – der akute Myokardinfarkt – ausgelöst wird. Durch die diskontinuierliche Sauerstoffversorgung stirbt das nachfolgende Herzmuskelgewebe ab.

Es existieren unterschiedliche klinische Ausprägungsformen der KHK:

  • die stabile Angina pectoris (Brustenge, belastungsabhängige Beschwerden/ Schmerzen)
  • die stille Myokardischämie (Mangeldurchblutung ohne Schmerzwahrnehmung)
  • die instabile Angina Pectoris (Auftreten der Beschwerden/ Schmerzen auch schon in Ruhe)
  • der akute Myokardinfarkt (Verschluss einer Koronararterie)
  • die durch die KHK bedingte Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche)
  • der plötzliche Herztod

Es gibt zusätzlich einige Faktoren, welche das Risiko eines Myokardinfarktes drastisch erhöhen können.

Diese sind:

  • ungesunde Ernährung und Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • Rauchen
  • erhöhter Blutdruck
  • erhöhter Cholesterinspiegel
  • Diabetes mellitus
  • genetische Veranlagung
  • Alter

Und wie merke ich nun, dass ein Herzinfarkt vorliegt?

Folgende Symptome können den Myokardinfarkt ankündigen:

  • schwere, anhaltende Schmerzen im Brustkorb, welche in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer, Oberbauch ausstrahlen können
  • starkes Engegefühl, heftiger Druck im Brustkorb, Angst
  • Luftnot, Übelkeit, Erbrechen
  • Schwächeanfall (auch ohne Schmerz), evtl. Bewusstlosigkeit
  • Blässe, fahle Gesichtsfarbe
  • kalter Schweiß

Achtung: Nicht jeder #Myokardinfarkt weißt dieselben Symptome auf oder sind gar nicht bemerkbar (stummer Myokardinfarkt). Bei Frauen gelten Luftnot, Übelkeit, Oberbauchschmerzen und Erbrechen als Alarmzeichen!

Nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) müssen zur Diagnose eines Myokardinfarktes mindestens zwei der drei folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • plötzlich auftretender Brustschmerz (Leitsymptom)
  • Anstieg herzmuskelspezifischer Enzyme im Blut
  • spezifische Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG)

Man sollte schon bei dem kleinsten Verdacht sofort den Notruf 112 wählen.

Bei einem Myokardinfarkt zählt jede Minute. #ZeitistderwichtigsteFaktor

Die erste goldene Stunde zählt. In dieser Zeit kann die Herzmuskeldurchblutung medikamentös und/ oder durch mechanische Aufdehnung der verschlossenen Kronorarterie am ehesten wiederhergestellt werden kann.

Treten die oben genannten Symptome auf, ist auf Folgendes zu achten:

  • auf den Patienten beruhigend einwirken
  • Patienten vor zusätzlichen Verletzungen schützen
  • Patienten bequem, mit erhöhtem Oberkörper lagern
  • beengende Kleidung öffnen
  • bei Herzstillstand: Herz-Lungen- Wiederbelebung durch Herzdruckmassage und Atemspende starten

Durch diese Maßnahmen wird die hohe Sterblichkeit von Myokardinfarktpatienten vor Erreichen des Krankenhauses gesenkt. Trotzdem ist es unabdingbar, dass der Ersthelfer, im Falle eines plötzlichen Herztodes, den Rettungsdienst alarmiert. Dieser kann weitergehende, effiziente Hilfe leisten und den Transport in ein geeignetes Krankenhaus sicherstellen.

#dukannstLebenretten #helfenisteinfach #Ersthelferseinistcool #nichtwegschauen

Wenn ihr mehr über dieses Thema erfahren wollt, schaut doch mal in das Heft 33 „Koronare Herzkrankheit und akuter Myokardinfarkt“ der Gesundheitsberichterstattung des Bundes vom Robert-Koch-Institut nach.

Habt ihr noch Fragen dazu an uns, dann schreibt uns!

Wir hoffen, ihr fandet diesen Blogbeitrag informativ und hilfreich. 
Wir freuen uns auf nächstes Mal!

Bis dahin, eure Pflegeprofis!

Die Pflegeprofis – Episode 2

In unserer zweiten Folge erzählt uns Frau G., eine junge Gesundheits- und Krankenpflegerin, von ihren Gedanken zum professionellen, interdisziplinären Umgang zwischen den Abteilungen im Krankenhaus. Nicht immer funktionieren diese Schnittstellen reibungslos, was oft auf Rivalitäten, Unwissenheit über Abläufe oder Missverständnisse zurückzuführen ist.

Als Beispiel berichtet Frau G. vom Myokardinfarkt einer Patientin, der sich während einem „Schüler leiten eine Station“ Projektes in ihrem alten Krankenhaus ereignet hat. In der ersten Notfallsituation sind besonders Schüler schnell überfordert. Hier zeichnet sich professionelles Handeln durch gute Anleitung und Aufgabenverteilung durch examinierte Fachkräfte aus.

Wir freuen uns über Feeback, Lob und Kritik und wünschen euch ruhige Dienste!

Eure #Pflegeprofis

Shownotes „Anämie“

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Blogbeitrag erfahrt ihr etwas über die Erkrankung #Anämie, um welche es in unserer ersten Podcast-Folge geht.


Was ist überhaupt eine #Anämie?
Die #Anämie zählt zu den Erkrankungen der Erythrozyten, also der roten Blutkörperchen, und wird auch als #Blutarmut bezeichnet. 
Bei einer Anämie liegen eine Verminderung des Hämoglobins (Hb) und Hämatokrits (Hkt) oder der Anzahl der Erythrozyten im Blut vor.

Bei Männern spricht man von einer #Anämie, wenn:

  • Hb <14g/dl und/oder Hkt <41% bzw. Erythrozytenzahl <4,5 Mio./µl.

Bei Frauen spricht man von einer #Anämie, wenn:

  • Hb <12g/dl und/oder Hkt <37% bzw. Erythrozytenzahl <4,1 Mio./µl.

Wichtig: Patienten, welche eine chronische Anämie haben, können viel niedrigere Hb-Werte verkraften als Patienten mit einer akuten Anämie! Man muss immer den gesamten klinischen Zustand des Patienten beachten!


Wie kommt es zu einer #Anämie?
Eine #Anämie kann durch eine Störung bei der Blutbildung, einen gesteigerten Erythrozytenabbau, eine Blutung oder eine Verteilungsstörung der Erythrozyten im Körper entstehen.


Welche Symptome haben #Anämien?
Typische Symptome für eine Anämie sind Blässeblutarme SchleimhäuteMüdigkeit, und Konzentrationsschwäche. Auch Kopfschmerzen, Atemnot, Schwindel, Sehstörungen, Tachykardie und Ohrensausen können Symptome sein!

Je nach Art der Anämie gibt es spezifische Symptome – diese findet ihr weiter unten.


Wie wird eine #Anämie festgestellt?
Am wichtigsten ist die Untersuchung des Blutbilds inkl. der Retikulozyten und Bestimmung der Parameter Serum-EisenTransferrin und Ferritin. Außerdem die Bestimmung von Vit. B12Folsäure und des Erythropoetinspiegels.

  • Die verschiedenen Parameter geben Auskunft über Ausmaß und Ursache der Anämie!

Bei Verdacht auf eine Infektion oder eine bösartige Erkrankung erfolgt außerdem eine Bestimmung der BSG und des CRP.
Das weitere diagnostische Vorgehen hängt dann von der vermuteten Ursache ab, z.B. muss bei V.a. eine Blutungsanämie unbedingt die Blutungsquelle gefunden oder bei V.a. eine Nierenerkrankung die Nieren untersucht werden.


Welche Formen von Anämien gibt es?
♦Blutungsanämie:
Hier verliert der Körper so viel Blut, dass selbst eine gesteigerte Bildung von Erythrozyten den Verlust nicht ausgleichen kann. Sie kann durch einen akuten (z.B. bei Verletzungen, Operationen) oder einen chronischen Blutverlust (z.B. bei Blutungen im Gastrointestinaltrakt) auftreten.

Therapie der Blutungsanämie:
Wichtig sind eine rasche Blutstillung und die Beseitigung der Blutungsquelle! Dies muss evtl. chirurgisch erfolgen. 
Sind andere Grunderkrankungen, z.B. eine Tumorerkrankung, Grund für die Blutung, müssen ebendiese behandelt werden.

Ist der Hb zu stark abgesunken, benötigt der Patient eine Bluttransfusion. Auch hier ist es von Bedeutung, ob die Blutungsanämie akut oder chronisch ist! Bei Patienten mit chronisch sinkendem Hb hat sich der Körper an den Zustand gewöhnt.

Wenn die Blutungsquelle beseitigt werden konnte, ist die Prognose hier gut!


♦Eisenmangelanämie:
Sie zählt zu den häufigsten Anämieformen in Deutschland. Sie entsteht, wenn die benötigte Menge Eisen nicht in den Körper aufgenommen werden kann, z.B. wenn durch eine Schwangerschaft ein erhöhter Eisenbedarf entsteht oder wenn Eisen durch Blutungen verloren geht. Fehlt dem Körper Eisen, können die Erythrozyten nicht genug Sauerstoff zu den Zellen transportieren und es kommt zu den unten aufgeführten Symptomen plus den spezifischen Symptomen: Schleimhautrisse am Mundwinkel (Rhagaden) und Nagelrillen. Frauen sind hiervon häufiger betroffen als Männer!

Therapie der Eisenmangelanämie:
Die Eisenmangelanämie wird mit Eisentabletten behandelt und kann bis zu 6 Monate dauern! In Ausnahmefällen, z.B. bei starker oraler Unverträglichkeit, wird Eisen i.v. verabreicht.


♦Megaloblastäre Anämie bzw. Vit. B12-Folsäure-Mangel-Anämie:
Sie entsteht, wenn der Körper zu wenig Vit. B12 oder Folsäure zur Verfügung hat, um Erythrozyten zu bilden. Neben den typischen Symptomen einer Anämie kann es hierbei zu einem Ikterus und zu dunkel gefärbtem Urin kommen. Außerdem kommt es zu einer Hepatosplenomegalie und einer roten lackartigen Zungenveränderung (“Hunter-Glossitis“).

Wichtig: Bei einem schweren Vit. B12-Mangel kommt es neben der Anämie zu gastrointestinalen und neurologischen Störungen! Beim Folsäuremangel treten keine neurologischen Störungen auf!

Therapie der megaloblastären Anämie:
Der Vitamin-B12- und der #Folsäure-Mangel müssen mittels Substitution behoben werden. Besteht eine Erkrankung, welche zu dem Mangel geführt hat, muss diese ebenfalls behandelt werden. Der Patient muss evtl. über eine Fehlernährung aufgeklärt werden.

Achtung: Während der Substitution ist das Thromboserisiko erhöht!


♦Hämolytische Anämie:
Bei dieser Form werden Erythrozyten vorzeitig abgebaut oder zerstört, es kommt zu einer #Hämolyse! Hb und Hkt sinken ab. Ursachen für den vorzeitigen Erythrozytenabbau können sowohl im Erythrozyten selbst liegen (dies ist z.B. bei der Sichelzellenanämie der Fall) oder von außerhalb kommen (z.B. durch Erreger oder Medikamente). Es kommt zu den typischen Anämiesymptomen und den spezifischen Symptomen: Ikterus, Splenomegalie und Dunkelfärbung des Urins.

Wichtig: Bei Bluttransfusionen kann es zu einem Transfusionszwischenfall kommen, welcher eine Hämolytische Krise auslöst! Dies ist eine absolute #Notfallsituation. Der Patient leidet unter Fieber, Schüttelfrost, raschem Hb-Abfall und Ikterus! Außerdem können Schmerzen auftreten sowie RR-Abfall und Schock! Es gibt auch Medikamente, welche eine hämolytische Krise auslösen können.

Die Therapie ist hier abhängig von der Art der Entstehung dieser Form, also ob der Defekt im Erythrozyten liegt oder außerhalb. Je nach Form und Schwere erfordern diese Anämien #Bluttransfusionen oder sogar Transplantationen von hämatopoetischen Stammzellen.


♦Anämie bei chronischer Erkrankung:
Diese Form der #Anämie entsteht begleitend im Rahmen von chronischen Erkrankungen wie Tumoren oder #chronischen Entzündungen. Nach der Eisenmangelanämie ist dies die zweithäufigste Form der Anämien! Es wird vermutet, dass sie durch bestimmte entzündungsbedingte Botenstoffe ausgelöst wird, welche bei chronischen Erkrankungen ausgeschüttet werden. Neben den Symptomen der Grunderkrankung bestehen die typischen Anämiesymptome. Im Blutbild kann man normochrome und normozytäre Erythrozyten sehen. Eisen und Transferrin sinken – Ferritin steigt.

Die Therapie sieht grundsätzlich die Behandlung der chronischen Grunderkrankung vor. Zudem kann dem Patienten Erythropoetin (kurz: EPO) verabreicht werden, um die Blutbildung anzuregen. Hier wird kein Eisen verabreicht!


♦Renale Anämie:
Die renale Anämie entsteht infolge einer chronischen Niereninsuffizienz. Die Niere kann nicht mehr ausreichend Erythropoetin bilden – es werden weniger Erythrozyten gebildet. Hier stehen Symptome wie die Urämie im Vordergrund. Eine Urämie verstärkt die Anämie noch zusätzlich, da sie die Überlebenszeit der Erythrozyten verkürzt! Auch eine Dialyse beeinträchtigt die Blutzellen! Therapiert wird die renale Anämie mit der Gabe von Erythropoetin, Eisen und Folsäure.

Achtung: Auch hier ist während der Therapie das Thromboserisiko erhöht!


♦Aplastische Anämie:
Die aplastische Anämie entsteht infolge einer herabgesetzten Knochenmarkleistung bzw. eines Knochenmarkversagens. Sie ist sehr selten. Eine Ursache der Knochenmarkinsuffizienz ist nicht geklärt. Die ersten Symptome sind meist Blutungen und häufige Infektionen! Erst danach treten die typischen Anämiesymptome auf! Der Patient benötigt Bluttransfusionen, in schweren Fällen eine Stammzellentransplantation. Die Prognose ist bei dieser Form der Anämie eher schlecht.

#Anämien werden also immer je nach Art und Ursache therapiert. Bei einer schweren Anämie ist eine #Bluttransfusion jedoch unumgänglich!


Wenn ihr mehr über dieses Thema erfahren wollt, schaut doch mal ins #IcareKrankheitslehre-Buch S. 687-701! 
Dort findet ihr ein ausführliches Kapitel zu dem Thema!

Wir hoffen, ihr fandet diesen Blogbeitrag informativ und hilfreich. 
Wir freuen uns auf nächstes Mal!

Bis dahin, eure #Pflegeprofis!

Die Pflegeprofis – Episode 1

Hallo lieber Leserinnen und Leser,

unsere erste Podcast-Episode ist draußen! *Applaus*

In unserer ersten Folge interviewten wir eine Pflegefachkraft, Herr O., welcher über einen besonderen Hintergrund verfügt. Diese Pflegefachkraft kommt gebürtig aus Nigeria und studierte dort Medizin. Im Jahre 2013 kehrte Herr O. nach Deutschland zurück und absolvierte die Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger. Nach seiner Ausbildung arbeitete Herr O. in der Zentralen Notaufnahme, im chirurgischen und später im internistischen Fachbereich.

Herr O. berichtet in der heutigen Folge von einer Situation aus der Notaufnahme, in der professionelles Handeln nötig war. Darüber hinaus stellt er uns seine Erfahrungen, auch international, über Professionalität in der Pflege dar. Zusätzlich veranschaulicht Herr O. die Perspektive der Medizin in Bezug auf Interdisziplinarität und Pflege.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören!

Bis dahin, eure #Pflegeprofis!

Die Professionalität der Pflege

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

beim heutigen Blogbeitrag geht es um die #Professionalität des #Pflegeberufes.

,,Pflegen heißt, alles das für einen hilfebedürftigen Menschen zu tun, was dieser selbst für sich tun würde, hätte er die Kraft, den Willen und das Wissen dazu.“ – Virginia Henderson

Diese Aussage sagt bereits viel über den Berufsstand der Pflege aus, aber schauen wir nun doch einmal genauer.

Was ist #Professionalität?
Der Begriff „Professionalität“ leitet sich aus dem lateinischen Wort „professio“ ab, was mit „Bekenntnis; Gewerbe; Beruf“ übersetzt werden kann.
Professionelles Denken und Handeln ist zweifelsohne ein unverzichtbares Element in jedem verantwortungsvollen Beruf – was den #Pflegeberuf ohne Wenn und Aber inkludiert.

Aber warum kommen immer wieder #Einwände, #Vorbehalte und #Zweifel an der Professionalität des Pflegeberufes auf?

Jeder hat als Pflegefachkraft bestimmt schon einmal den Spruch: „Das könnte ich nicht!“, gehört – oder?
Viele Menschen setzen den Pflegeberuf pauschal mit #Waschen, #für Patienten/ Bewohner da sein, #Betreuungsleistungen, Essen anreichen oder einem #Knochenjob gleich.
Die #Anerkennung für den Beruf fehlt zumeist. Welche spezifischen Anforderungen überhaupt verlangt werden, übersieht der überwiegende Teil der Gesellschaft, bzw. wird gar nicht wahrgenommen.

Der Beruf ist in der breiten Öffentlichkeit mit #Ekel und #Scham verbunden. Darüber hinaus wird er nicht mit anspruchsvollen Tätigkeiten und hoher Fachkompetenz assoziiert.
Des Weiteren erfolgt zumeist eine #geschlechtsspezifische Typisierung: ,,Ach, das ist ja eh nur ein #Frauenberuf.“
Zusätzlich erhält das Motto #Pflegenkannjeder eine politische Unterstützung, z.B. durch das Herabsetzen des Mindestabschlusses für die Ausbildung oder dem Einsatz von ungelernten Leuten als Pflegehelfer. Laut politischer Aussagen und der Gesellschafft handelt es sich nur um ein #Helfer-Beruf, welcher der #Medizin untergestellt, bzw. aus #Liebe oder #Idealisierung ausgeübt wird. Erst bei persönlicher Konfrontation mit der Pflege wird sicherer und differenzierter geurteilt.

Das #Pflege eine #Profession darstellt, die über viel Wissen verfügt, scheint zuerst als völlig abwegig in der Gesellschaft.
Aspekte der Gesundheit und Krankheit sind Kernthemen der heutigen Gesellschaft, gerade im Hinblick auf die stetigen Änderungsprozesse im Struktur- und Wertewandel.
Pflegefachkräfte garantieren zum größten Teil die gesundheitliche Versorgung und damit die #sozialeAbsicherung.
Das Menschen mit einer Pflegebedürftigkeit auf professionelle Hilfe unter #Wahrung der Autonomie und #Menschenwürde angewiesen sind, erscheint als unerlässlich und ist von essentieller Bedeutung.

#ProfessionellePflege inkludiert #Regelwissen, gelernte Erfahrung, #pflegewissenschaftlichesWissen und individuelles Fallverstehen einzelner Pflegefachpersonen.
#Pflege beruht auf #Forschungsarbeiten als auch auf #Expertenstandards. Die #Integration von #Bezugswissenschaften ist unerlässlich.

Pflege lebt von #Evidenz.

#Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist ein Grundelement – Pflege kann nicht abgrenzt von anderen Disziplinen stehen.
Pflege besitzt eine eigene #Berufsethik und muss in Deutschland als akademischer #Expertenberuf eine Anerkennung finden.

Die Zeit der händchenhaltende „Schwester“ darf es nicht mehr geben!

Über #Empathie muss jede Pflegefachkraft verfügen, um in einem Pflegeberuf arbeiten zu können. Jedoch sollte diese Voraussetzung nicht die einzige sein!
Nicht die Mitmenschlichkeit soll die Ursache dafür sein, dass die #Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeberufe heruntersetzt werden. Und das trotz ständig wachsenden #Fachkräftemangel.

Es müssen diverse Änderungen im Verständnis, in der Organisation sowie in der Ausübung der Pflege stattfinden.
Das kann nur durch #Optimierung der Rahmenbedingungen für die Pflege seitens der #Politik geschehen. Das würde weitere qualitativen Einbußen im pflegerischen Handeln verhindern.
Eine #qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten ist nur durch eine #fundierte Ausbildung möglich.

Solange die Pflege ihren Wert nicht anerkennt, wird dies auch für andere schwer!

Pflegekräfte müssen für ihren Status quo kämpfen, den eigenen Wert erkennen und ihn entsprechend nach außen kommunizieren.
Nur so kann die ICN- Definition von Pflege erfüllt werden – welche lautet:

„Pflege umfasst die eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung, allein oder in Kooperation mit anderen Berufsangehörigen, von Menschen aller Altersgruppen, von Familien oder Lebensgemeinschaften, sowie von Gruppen und sozialen Gemeinschaften, ob krank oder gesund, in allen Lebenssituationen (Settings). Pflege schließt die Förderung der Gesundheit, Verhütung von Krankheiten und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender Menschen ein. Weitere Schlüsselaufgaben der Pflege sind Wahrnehmung der Interessen und Bedürfnisse (Advocacy), Förderung einer sicheren Umgebung, Forschung, Mitwirkung in der Gestaltung der Gesundheitspolitik sowie im Management des Gesundheitswesens und in der Bildung.“