Gastbeitrag Teil II

Attraktivität Pflege?!

In unserem heutigen Blogbeitrag stellen wir uns die Frage:
Wie bleibt Pflege attraktiv oder besser gesagt, wie wird sie wieder attraktiver, um dem Pflegenotstand entgegenzuwirken?

Wir alle wissen, dass das Bild der Pflege, so wie es nach außen getragen wird, leider nicht sehr schön oder attraktiv ist. Es gibt besser bezahlte Berufe mit weniger körperlicher Arbeit und weniger psychischer Belastung.
Fragen wir jetzt allerdings Pflegefachkräfte, die täglich im Pflegealltag tätig sind, dann wird deutlich, dass es wie in jedem Beruf ist. Es zeigen sich gute und schlechte sowie stressige und entspannte Tage.
Am Ende ist dann nur wichtig, dass Lösungsansätze existieren, wie man die schlechten Tage besser gestaltet oder die stressigen Tage entspannter.
Ganz oben steht bei solchen Ansätzen immer die Autonomie im beruflichen Handeln. Dafür ist es von Bedeutung, dass Vorgesetzte in ihren Führungsaufgaben für problemlösungsorientierte Unterstützung sorgen.
Es ist außerdem wichtig, dass ein gutes soziales Klima herrscht und es einen guten organisierten Zusammenhalt in allen Bereichen der Zusammenarbeit gibt. Leichter gesagt, aber auch besonders wichtig. Und worüber wir als Pflegefachkräfte oft schmunzeln im Moment, ist die Tatsache, dass eine Überbelastung vermieden werden soll.
Wir als Pflegefachkräfte streben stetig die Chance zur beruflichen Entwicklung an, um unsere Arbeit so genau wie möglich mit dem neusten Stand der Wissenschaft und mit dem größtmöglichen Wohlbefinden jedes Patienten zu erfüllen. Dabei darf nur nicht vergessen werden, dass neben dem Beruf noch Familie und Freizeit existieren, die unter keinen Umständen zu kurz kommen dürfen. Eine vernünftige Work-Life-Balance ist da gefordert.

Diese ganzen Lösungsansätze klingen jetzt echt super, wenn man sie liest und man denkt sich, dass das doch nicht schwer umzusetzen sein kann. Doch dazu müssen wir einmal kurz etwas klarstellen:
In den Medien sehen wir häufig genau das Gegenteil. Eine Pflegefachkraft hat sich mittlerweile um mindestens 13 Patienten zu kümmern in ungefähr acht Stunden mit einer halben Stunde Pause. Im Nachtdienst sind es sogar bis zu 35 Patienten, die alleine von einer Pflegefachkraft versorgt werden müssen, da sie die Schicht als Einzige betreut.
Kommen wir mit diesen Bedingungen also einfach zu den Lösungsansätzen? Nein!

Gegenfrage: Was sind also jetzt die wichtigsten Veränderungen, die durchgeführt werden müssen, dass wir näher an die Lösungsansätze kommen? (Wir zählen diese einfach mal wertungsfrei auf)

  • Erhöhung des Personalschlüssels
  • Erhöhung der Löhne
  • strukturelle Verbesserungen für die Vereinbarung von Familie und Beruf

Gehen wir noch einmal auf den Punkt des vorherigen Blogposts der professionellen Pflege ein und verbinden diese mit einem modernen Pflegeverständnis. So denken wir, dass wir da einen Teil der Lösung darin finden können.

Es wird sich an wissenschaftlichen Grundlagen orientiert und es ist außerdem ein ressourcenerhaltendes/ gesundheitsförderndes/ präventives System, wonach professionelle Pflege ausgerichtet ist. Berücksichtigt dabei werden die Punkte Autonomie und Selbstbestimmtheit des Einzelnen, Kooperation und Vernetzung mit anderen Berufsgruppen. Es kommt zur Unterstützung durch flexible, bedarfs- und bedürfnisgerechte Angebote in der Lebensführung des Menschen.

Was treibt professionelle Pflege jetzt an?

Es muss die Mehrdimensionalität, wie sie im letzten Blogpost erklärt wurde, anerkannt werden und es müssen klare Regelungen der Verantwortlichkeit, der rechtlichen Grundlagen und der Autonomie geschaffen werden. Diese Regelungen finden dabei allerdings nicht nur in der Pflege selbst statt, sondern auch auf ganzen anderen Ebenen, wie der Politik und Wirtschaft.

„Was auch immer die Zukunft der Pflege bereithält, ich wünsche mir, dass das Bild der sich aufopfernden Pflegerin nicht mehr Teil davon ist. Denn Pflege ist keine Wohltätigkeit, bei der wir in Kauf nehmen, dass sie uns ruiniert. Finanziell, körperlich und sozial. Pflege ist ein wichtiger Teil der Gesundheitsversorgung, der früher oder später uns alle angeht.“ (Beatrice Haberger, http://www.jetzt.de/job/unterschaetzter-beruf-krankenpflegerin, Zugriff am 21.03.2019)

Wir sind uns alle drei recht schnell einig gewesen, dass es zu einem Umdenken auf sämtlichen Ebenen kommen muss, damit die Attraktivität der Pflege gesichert ist. Es ist ein schöner Beruf und wir drei sind trotz der recht harten Arbeitsbedingungen froh, dass wir in diesem Beruf arbeiten. Denn was wir nicht vergessen dürfen: #pflegegehtunsallean!

Mit einem Lächeln an euch,
Lara, Maria und Laura 🙂