Shownotes „Myokardinfarkt“

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

heute folgt ein Blogbeitrag zur koronaren Herzkrankheit (KHK) – passend zu dem Podcast mit Frau G. Hier bekommt ihr nun das passende Wissen von uns dazu.

Herz- und Kreislauferkrankungen zählen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland und Europa.
Darunter fällt auch der Myokardinfarkt (Herzinfarkt).

Durch verengte #Herzkranzgefäße entsteht eine #Mangeldurchblutung des Herzens.
Als eine Komplikation folgt der akute Myokardinfarkt.

Das Herz fungiert als ein muskulöses Hohlorgan und sorgt so als Druck-Saugpumpe für den Transport des Blutes durch den Körper. Herzkranzarterien und -venen regeln dabei die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels. Jedoch können auch chronische Erkrankungen der Herzkranzgefäße (Koronararterien) entstehen. Dies ist durch eine Verengung oder ein Verschluss von einem oder mehreren Herzkranzgefäßen möglich. Folglich kommt es zu einer #Mangeldurchblutung des Herzmuskels (Myokard).

Ursächlich dafür ist die Verkalkung (Arteriosklerose) der Koronararterien. Durch diese arteriosklerotischen Läsionen der Arterien entstehen sog. Plaques. Plaques sind Ablagerungen in der Gefäßwand der Arterien. Durch diesen Gefäßdefekt entleert sich der Inhalt der Plaques in das Innere der Gefäße. Der Körper reagiert zugleich mit einer Anlagerung von Blutplättchen als Reparaturmaßnahme. Zur Beseitigung des Defektes entwickelt sich punktuell ein Blutpfropf (Thrombus). Der Thrombus führt dazu, dass der Verschluss der Koronararterie – der akute Myokardinfarkt – ausgelöst wird. Durch die diskontinuierliche Sauerstoffversorgung stirbt das nachfolgende Herzmuskelgewebe ab.

Es existieren unterschiedliche klinische Ausprägungsformen der KHK:

  • die stabile Angina pectoris (Brustenge, belastungsabhängige Beschwerden/ Schmerzen)
  • die stille Myokardischämie (Mangeldurchblutung ohne Schmerzwahrnehmung)
  • die instabile Angina Pectoris (Auftreten der Beschwerden/ Schmerzen auch schon in Ruhe)
  • der akute Myokardinfarkt (Verschluss einer Koronararterie)
  • die durch die KHK bedingte Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche)
  • der plötzliche Herztod

Es gibt zusätzlich einige Faktoren, welche das Risiko eines Myokardinfarktes drastisch erhöhen können.

Diese sind:

  • ungesunde Ernährung und Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • Rauchen
  • erhöhter Blutdruck
  • erhöhter Cholesterinspiegel
  • Diabetes mellitus
  • genetische Veranlagung
  • Alter

Und wie merke ich nun, dass ein Herzinfarkt vorliegt?

Folgende Symptome können den Myokardinfarkt ankündigen:

  • schwere, anhaltende Schmerzen im Brustkorb, welche in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer, Oberbauch ausstrahlen können
  • starkes Engegefühl, heftiger Druck im Brustkorb, Angst
  • Luftnot, Übelkeit, Erbrechen
  • Schwächeanfall (auch ohne Schmerz), evtl. Bewusstlosigkeit
  • Blässe, fahle Gesichtsfarbe
  • kalter Schweiß

Achtung: Nicht jeder #Myokardinfarkt weißt dieselben Symptome auf oder sind gar nicht bemerkbar (stummer Myokardinfarkt). Bei Frauen gelten Luftnot, Übelkeit, Oberbauchschmerzen und Erbrechen als Alarmzeichen!

Nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) müssen zur Diagnose eines Myokardinfarktes mindestens zwei der drei folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • plötzlich auftretender Brustschmerz (Leitsymptom)
  • Anstieg herzmuskelspezifischer Enzyme im Blut
  • spezifische Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG)

Man sollte schon bei dem kleinsten Verdacht sofort den Notruf 112 wählen.

Bei einem Myokardinfarkt zählt jede Minute. #ZeitistderwichtigsteFaktor

Die erste goldene Stunde zählt. In dieser Zeit kann die Herzmuskeldurchblutung medikamentös und/ oder durch mechanische Aufdehnung der verschlossenen Kronorarterie am ehesten wiederhergestellt werden kann.

Treten die oben genannten Symptome auf, ist auf Folgendes zu achten:

  • auf den Patienten beruhigend einwirken
  • Patienten vor zusätzlichen Verletzungen schützen
  • Patienten bequem, mit erhöhtem Oberkörper lagern
  • beengende Kleidung öffnen
  • bei Herzstillstand: Herz-Lungen- Wiederbelebung durch Herzdruckmassage und Atemspende starten

Durch diese Maßnahmen wird die hohe Sterblichkeit von Myokardinfarktpatienten vor Erreichen des Krankenhauses gesenkt. Trotzdem ist es unabdingbar, dass der Ersthelfer, im Falle eines plötzlichen Herztodes, den Rettungsdienst alarmiert. Dieser kann weitergehende, effiziente Hilfe leisten und den Transport in ein geeignetes Krankenhaus sicherstellen.

#dukannstLebenretten #helfenisteinfach #Ersthelferseinistcool #nichtwegschauen

Wenn ihr mehr über dieses Thema erfahren wollt, schaut doch mal in das Heft 33 „Koronare Herzkrankheit und akuter Myokardinfarkt“ der Gesundheitsberichterstattung des Bundes vom Robert-Koch-Institut nach.

Habt ihr noch Fragen dazu an uns, dann schreibt uns!

Wir hoffen, ihr fandet diesen Blogbeitrag informativ und hilfreich. 
Wir freuen uns auf nächstes Mal!

Bis dahin, eure Pflegeprofis!

Die Pflegeprofis – Episode 2

In unserer zweiten Folge erzählt uns Frau G., eine junge Gesundheits- und Krankenpflegerin, von ihren Gedanken zum professionellen, interdisziplinären Umgang zwischen den Abteilungen im Krankenhaus. Nicht immer funktionieren diese Schnittstellen reibungslos, was oft auf Rivalitäten, Unwissenheit über Abläufe oder Missverständnisse zurückzuführen ist.

Als Beispiel berichtet Frau G. vom Myokardinfarkt einer Patientin, der sich während einem „Schüler leiten eine Station“ Projektes in ihrem alten Krankenhaus ereignet hat. In der ersten Notfallsituation sind besonders Schüler schnell überfordert. Hier zeichnet sich professionelles Handeln durch gute Anleitung und Aufgabenverteilung durch examinierte Fachkräfte aus.

Wir freuen uns über Feeback, Lob und Kritik und wünschen euch ruhige Dienste!

Eure #Pflegeprofis