Shownotes „Anämie“

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Blogbeitrag erfahrt ihr etwas über die Erkrankung #Anämie, um welche es in unserer ersten Podcast-Folge geht.


Was ist überhaupt eine #Anämie?
Die #Anämie zählt zu den Erkrankungen der Erythrozyten, also der roten Blutkörperchen, und wird auch als #Blutarmut bezeichnet. 
Bei einer Anämie liegen eine Verminderung des Hämoglobins (Hb) und Hämatokrits (Hkt) oder der Anzahl der Erythrozyten im Blut vor.

Bei Männern spricht man von einer #Anämie, wenn:

  • Hb <14g/dl und/oder Hkt <41% bzw. Erythrozytenzahl <4,5 Mio./µl.

Bei Frauen spricht man von einer #Anämie, wenn:

  • Hb <12g/dl und/oder Hkt <37% bzw. Erythrozytenzahl <4,1 Mio./µl.

Wichtig: Patienten, welche eine chronische Anämie haben, können viel niedrigere Hb-Werte verkraften als Patienten mit einer akuten Anämie! Man muss immer den gesamten klinischen Zustand des Patienten beachten!


Wie kommt es zu einer #Anämie?
Eine #Anämie kann durch eine Störung bei der Blutbildung, einen gesteigerten Erythrozytenabbau, eine Blutung oder eine Verteilungsstörung der Erythrozyten im Körper entstehen.


Welche Symptome haben #Anämien?
Typische Symptome für eine Anämie sind Blässeblutarme SchleimhäuteMüdigkeit, und Konzentrationsschwäche. Auch Kopfschmerzen, Atemnot, Schwindel, Sehstörungen, Tachykardie und Ohrensausen können Symptome sein!

Je nach Art der Anämie gibt es spezifische Symptome – diese findet ihr weiter unten.


Wie wird eine #Anämie festgestellt?
Am wichtigsten ist die Untersuchung des Blutbilds inkl. der Retikulozyten und Bestimmung der Parameter Serum-EisenTransferrin und Ferritin. Außerdem die Bestimmung von Vit. B12Folsäure und des Erythropoetinspiegels.

  • Die verschiedenen Parameter geben Auskunft über Ausmaß und Ursache der Anämie!

Bei Verdacht auf eine Infektion oder eine bösartige Erkrankung erfolgt außerdem eine Bestimmung der BSG und des CRP.
Das weitere diagnostische Vorgehen hängt dann von der vermuteten Ursache ab, z.B. muss bei V.a. eine Blutungsanämie unbedingt die Blutungsquelle gefunden oder bei V.a. eine Nierenerkrankung die Nieren untersucht werden.


Welche Formen von Anämien gibt es?
♦Blutungsanämie:
Hier verliert der Körper so viel Blut, dass selbst eine gesteigerte Bildung von Erythrozyten den Verlust nicht ausgleichen kann. Sie kann durch einen akuten (z.B. bei Verletzungen, Operationen) oder einen chronischen Blutverlust (z.B. bei Blutungen im Gastrointestinaltrakt) auftreten.

Therapie der Blutungsanämie:
Wichtig sind eine rasche Blutstillung und die Beseitigung der Blutungsquelle! Dies muss evtl. chirurgisch erfolgen. 
Sind andere Grunderkrankungen, z.B. eine Tumorerkrankung, Grund für die Blutung, müssen ebendiese behandelt werden.

Ist der Hb zu stark abgesunken, benötigt der Patient eine Bluttransfusion. Auch hier ist es von Bedeutung, ob die Blutungsanämie akut oder chronisch ist! Bei Patienten mit chronisch sinkendem Hb hat sich der Körper an den Zustand gewöhnt.

Wenn die Blutungsquelle beseitigt werden konnte, ist die Prognose hier gut!


♦Eisenmangelanämie:
Sie zählt zu den häufigsten Anämieformen in Deutschland. Sie entsteht, wenn die benötigte Menge Eisen nicht in den Körper aufgenommen werden kann, z.B. wenn durch eine Schwangerschaft ein erhöhter Eisenbedarf entsteht oder wenn Eisen durch Blutungen verloren geht. Fehlt dem Körper Eisen, können die Erythrozyten nicht genug Sauerstoff zu den Zellen transportieren und es kommt zu den unten aufgeführten Symptomen plus den spezifischen Symptomen: Schleimhautrisse am Mundwinkel (Rhagaden) und Nagelrillen. Frauen sind hiervon häufiger betroffen als Männer!

Therapie der Eisenmangelanämie:
Die Eisenmangelanämie wird mit Eisentabletten behandelt und kann bis zu 6 Monate dauern! In Ausnahmefällen, z.B. bei starker oraler Unverträglichkeit, wird Eisen i.v. verabreicht.


♦Megaloblastäre Anämie bzw. Vit. B12-Folsäure-Mangel-Anämie:
Sie entsteht, wenn der Körper zu wenig Vit. B12 oder Folsäure zur Verfügung hat, um Erythrozyten zu bilden. Neben den typischen Symptomen einer Anämie kann es hierbei zu einem Ikterus und zu dunkel gefärbtem Urin kommen. Außerdem kommt es zu einer Hepatosplenomegalie und einer roten lackartigen Zungenveränderung (“Hunter-Glossitis“).

Wichtig: Bei einem schweren Vit. B12-Mangel kommt es neben der Anämie zu gastrointestinalen und neurologischen Störungen! Beim Folsäuremangel treten keine neurologischen Störungen auf!

Therapie der megaloblastären Anämie:
Der Vitamin-B12- und der #Folsäure-Mangel müssen mittels Substitution behoben werden. Besteht eine Erkrankung, welche zu dem Mangel geführt hat, muss diese ebenfalls behandelt werden. Der Patient muss evtl. über eine Fehlernährung aufgeklärt werden.

Achtung: Während der Substitution ist das Thromboserisiko erhöht!


♦Hämolytische Anämie:
Bei dieser Form werden Erythrozyten vorzeitig abgebaut oder zerstört, es kommt zu einer #Hämolyse! Hb und Hkt sinken ab. Ursachen für den vorzeitigen Erythrozytenabbau können sowohl im Erythrozyten selbst liegen (dies ist z.B. bei der Sichelzellenanämie der Fall) oder von außerhalb kommen (z.B. durch Erreger oder Medikamente). Es kommt zu den typischen Anämiesymptomen und den spezifischen Symptomen: Ikterus, Splenomegalie und Dunkelfärbung des Urins.

Wichtig: Bei Bluttransfusionen kann es zu einem Transfusionszwischenfall kommen, welcher eine Hämolytische Krise auslöst! Dies ist eine absolute #Notfallsituation. Der Patient leidet unter Fieber, Schüttelfrost, raschem Hb-Abfall und Ikterus! Außerdem können Schmerzen auftreten sowie RR-Abfall und Schock! Es gibt auch Medikamente, welche eine hämolytische Krise auslösen können.

Die Therapie ist hier abhängig von der Art der Entstehung dieser Form, also ob der Defekt im Erythrozyten liegt oder außerhalb. Je nach Form und Schwere erfordern diese Anämien #Bluttransfusionen oder sogar Transplantationen von hämatopoetischen Stammzellen.


♦Anämie bei chronischer Erkrankung:
Diese Form der #Anämie entsteht begleitend im Rahmen von chronischen Erkrankungen wie Tumoren oder #chronischen Entzündungen. Nach der Eisenmangelanämie ist dies die zweithäufigste Form der Anämien! Es wird vermutet, dass sie durch bestimmte entzündungsbedingte Botenstoffe ausgelöst wird, welche bei chronischen Erkrankungen ausgeschüttet werden. Neben den Symptomen der Grunderkrankung bestehen die typischen Anämiesymptome. Im Blutbild kann man normochrome und normozytäre Erythrozyten sehen. Eisen und Transferrin sinken – Ferritin steigt.

Die Therapie sieht grundsätzlich die Behandlung der chronischen Grunderkrankung vor. Zudem kann dem Patienten Erythropoetin (kurz: EPO) verabreicht werden, um die Blutbildung anzuregen. Hier wird kein Eisen verabreicht!


♦Renale Anämie:
Die renale Anämie entsteht infolge einer chronischen Niereninsuffizienz. Die Niere kann nicht mehr ausreichend Erythropoetin bilden – es werden weniger Erythrozyten gebildet. Hier stehen Symptome wie die Urämie im Vordergrund. Eine Urämie verstärkt die Anämie noch zusätzlich, da sie die Überlebenszeit der Erythrozyten verkürzt! Auch eine Dialyse beeinträchtigt die Blutzellen! Therapiert wird die renale Anämie mit der Gabe von Erythropoetin, Eisen und Folsäure.

Achtung: Auch hier ist während der Therapie das Thromboserisiko erhöht!


♦Aplastische Anämie:
Die aplastische Anämie entsteht infolge einer herabgesetzten Knochenmarkleistung bzw. eines Knochenmarkversagens. Sie ist sehr selten. Eine Ursache der Knochenmarkinsuffizienz ist nicht geklärt. Die ersten Symptome sind meist Blutungen und häufige Infektionen! Erst danach treten die typischen Anämiesymptome auf! Der Patient benötigt Bluttransfusionen, in schweren Fällen eine Stammzellentransplantation. Die Prognose ist bei dieser Form der Anämie eher schlecht.

#Anämien werden also immer je nach Art und Ursache therapiert. Bei einer schweren Anämie ist eine #Bluttransfusion jedoch unumgänglich!


Wenn ihr mehr über dieses Thema erfahren wollt, schaut doch mal ins #IcareKrankheitslehre-Buch S. 687-701! 
Dort findet ihr ein ausführliches Kapitel zu dem Thema!

Wir hoffen, ihr fandet diesen Blogbeitrag informativ und hilfreich. 
Wir freuen uns auf nächstes Mal!

Bis dahin, eure #Pflegeprofis!

Die Pflegeprofis – Episode 1

Hallo lieber Leserinnen und Leser,

unsere erste Podcast-Episode ist draußen! *Applaus*

In unserer ersten Folge interviewten wir eine Pflegefachkraft, Herr O., welcher über einen besonderen Hintergrund verfügt. Diese Pflegefachkraft kommt gebürtig aus Nigeria und studierte dort Medizin. Im Jahre 2013 kehrte Herr O. nach Deutschland zurück und absolvierte die Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger. Nach seiner Ausbildung arbeitete Herr O. in der Zentralen Notaufnahme, im chirurgischen und später im internistischen Fachbereich.

Herr O. berichtet in der heutigen Folge von einer Situation aus der Notaufnahme, in der professionelles Handeln nötig war. Darüber hinaus stellt er uns seine Erfahrungen, auch international, über Professionalität in der Pflege dar. Zusätzlich veranschaulicht Herr O. die Perspektive der Medizin in Bezug auf Interdisziplinarität und Pflege.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören!

Bis dahin, eure #Pflegeprofis!