Gastbeitrag – Kompressionstherapie (Teil I)

„Kompressionsstrümpfe anziehen – dafür wird #Pflege benötigt?“

Hallo liebe Leserinnen und Leser, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Studierende,

wer sind wir? Wir sind Maike und Insa, beide Anfang zwanzig. Unsere Ausbildung zur examinierten #Altenpflegerin haben wir erfolgreich absolviert. Gereicht hat uns das aber nicht. Wir wollten mehr über die Hintergründe und Abläufe erfahren. Wieso ist das Gesundheitssystem so? Wie sind die Strukturen? Aus diesem Grunde haben wir beide 2017 unser #Studium „Angewandte Pflegewissenschaften“  an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfsburg begonnen. Derzeit befinden wir uns im 4. Semester. Nun fragt ihr euch sicherlich, wozu dieser Blog? Das wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Das Bundesministerium für Gesundheit hat ein Video veröffentlicht, um für den #Pflegeberuf zu werben. Leider wird der #Pflegeberuf häufig falsch oder übertrieben dargestellt. Denn #Pflege ist mehr und #Pflege kann nicht jeder. #Pflege ist auch keine „Aufopferung“ oder „Herzensangelegenheit“. Natürlich wird der #Beruf mit Herz ausgeübt, dennoch ist es nicht unser Leben, sondern unsere Arbeit. #Pflege ist eine Profession.

Nun haben wir uns im Rahmen unseres Moduls „Geriatrische Pflege“ überlegt, euch zu zeigen, dass #Pflege viel mehr ist. Viel mehr als Körperpflege („Waschen“), Essen anreichen, Betreuung und „das kann doch jeder“. Wir stellen euch die medizinische Behandlungspflege als ein Teil der #professionellen Pflege vor. Es wird sich hier speziell auf die Kompressionstherapie beschränkt, die wir im #Pflegealltag aus Erfahrung am häufigsten antreffen. 

Unsere medizinische Versorgung wird praxisnah beschrieben. Der Bewohner wird mit seiner Anamnese vorgestellt. Dazu werden Vor- und Nachbereitung beschrieben und die Durchführung der Tätigkeit. Dies orientiert sich an Leitlinien und Standards in der #Pflege, die evidenzbasiert sind. Wenn ihr denkt, dass es nur „Strümpfe“ anziehen ist oder Kompressionsverband anlegen, dann irrt ihr euch gewaltig. Wir zeigen euch auf, welches Wissen dahinter steckt und worauf eine #Pflegekraft jedes Mal achtet.

Nun, viel Spaß beim Lesen!

Eure Maike und Insa

Die Professionalität der Pflege

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

beim heutigen Blogbeitrag geht es um die #Professionalität des #Pflegeberufes.

,,Pflegen heißt, alles das für einen hilfebedürftigen Menschen zu tun, was dieser selbst für sich tun würde, hätte er die Kraft, den Willen und das Wissen dazu.“ – Virginia Henderson

Diese Aussage sagt bereits viel über den Berufsstand der Pflege aus, aber schauen wir nun doch einmal genauer.

Was ist #Professionalität?
Der Begriff „Professionalität“ leitet sich aus dem lateinischen Wort „professio“ ab, was mit „Bekenntnis; Gewerbe; Beruf“ übersetzt werden kann.
Professionelles Denken und Handeln ist zweifelsohne ein unverzichtbares Element in jedem verantwortungsvollen Beruf – was den #Pflegeberuf ohne Wenn und Aber inkludiert.

Aber warum kommen immer wieder #Einwände, #Vorbehalte und #Zweifel an der Professionalität des Pflegeberufes auf?

Jeder hat als Pflegefachkraft bestimmt schon einmal den Spruch: „Das könnte ich nicht!“, gehört – oder?
Viele Menschen setzen den Pflegeberuf pauschal mit #Waschen, #für Patienten/ Bewohner da sein, #Betreuungsleistungen, Essen anreichen oder einem #Knochenjob gleich.
Die #Anerkennung für den Beruf fehlt zumeist. Welche spezifischen Anforderungen überhaupt verlangt werden, übersieht der überwiegende Teil der Gesellschaft, bzw. wird gar nicht wahrgenommen.

Der Beruf ist in der breiten Öffentlichkeit mit #Ekel und #Scham verbunden. Darüber hinaus wird er nicht mit anspruchsvollen Tätigkeiten und hoher Fachkompetenz assoziiert.
Des Weiteren erfolgt zumeist eine #geschlechtsspezifische Typisierung: ,,Ach, das ist ja eh nur ein #Frauenberuf.“
Zusätzlich erhält das Motto #Pflegenkannjeder eine politische Unterstützung, z.B. durch das Herabsetzen des Mindestabschlusses für die Ausbildung oder dem Einsatz von ungelernten Leuten als Pflegehelfer. Laut politischer Aussagen und der Gesellschafft handelt es sich nur um ein #Helfer-Beruf, welcher der #Medizin untergestellt, bzw. aus #Liebe oder #Idealisierung ausgeübt wird. Erst bei persönlicher Konfrontation mit der Pflege wird sicherer und differenzierter geurteilt.

Das #Pflege eine #Profession darstellt, die über viel Wissen verfügt, scheint zuerst als völlig abwegig in der Gesellschaft.
Aspekte der Gesundheit und Krankheit sind Kernthemen der heutigen Gesellschaft, gerade im Hinblick auf die stetigen Änderungsprozesse im Struktur- und Wertewandel.
Pflegefachkräfte garantieren zum größten Teil die gesundheitliche Versorgung und damit die #sozialeAbsicherung.
Das Menschen mit einer Pflegebedürftigkeit auf professionelle Hilfe unter #Wahrung der Autonomie und #Menschenwürde angewiesen sind, erscheint als unerlässlich und ist von essentieller Bedeutung.

#ProfessionellePflege inkludiert #Regelwissen, gelernte Erfahrung, #pflegewissenschaftlichesWissen und individuelles Fallverstehen einzelner Pflegefachpersonen.
#Pflege beruht auf #Forschungsarbeiten als auch auf #Expertenstandards. Die #Integration von #Bezugswissenschaften ist unerlässlich.

Pflege lebt von #Evidenz.

#Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist ein Grundelement – Pflege kann nicht abgrenzt von anderen Disziplinen stehen.
Pflege besitzt eine eigene #Berufsethik und muss in Deutschland als akademischer #Expertenberuf eine Anerkennung finden.

Die Zeit der händchenhaltende „Schwester“ darf es nicht mehr geben!

Über #Empathie muss jede Pflegefachkraft verfügen, um in einem Pflegeberuf arbeiten zu können. Jedoch sollte diese Voraussetzung nicht die einzige sein!
Nicht die Mitmenschlichkeit soll die Ursache dafür sein, dass die #Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeberufe heruntersetzt werden. Und das trotz ständig wachsenden #Fachkräftemangel.

Es müssen diverse Änderungen im Verständnis, in der Organisation sowie in der Ausübung der Pflege stattfinden.
Das kann nur durch #Optimierung der Rahmenbedingungen für die Pflege seitens der #Politik geschehen. Das würde weitere qualitativen Einbußen im pflegerischen Handeln verhindern.
Eine #qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten ist nur durch eine #fundierte Ausbildung möglich.

Solange die Pflege ihren Wert nicht anerkennt, wird dies auch für andere schwer!

Pflegekräfte müssen für ihren Status quo kämpfen, den eigenen Wert erkennen und ihn entsprechend nach außen kommunizieren.
Nur so kann die ICN- Definition von Pflege erfüllt werden – welche lautet:

„Pflege umfasst die eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung, allein oder in Kooperation mit anderen Berufsangehörigen, von Menschen aller Altersgruppen, von Familien oder Lebensgemeinschaften, sowie von Gruppen und sozialen Gemeinschaften, ob krank oder gesund, in allen Lebenssituationen (Settings). Pflege schließt die Förderung der Gesundheit, Verhütung von Krankheiten und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender Menschen ein. Weitere Schlüsselaufgaben der Pflege sind Wahrnehmung der Interessen und Bedürfnisse (Advocacy), Förderung einer sicheren Umgebung, Forschung, Mitwirkung in der Gestaltung der Gesundheitspolitik sowie im Management des Gesundheitswesens und in der Bildung.“